Rätsel um 18 erkrankte Schüler in Mellauer Heim

Vorarlberg / 17.03.2017 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In diesem Mellauer Ferien- und Skiheim klagten am Donnerstag 18 Schüler plötzlich über Übelkeit und lösten einen Großeinsatz aus. Foto: VN/HB
In diesem Mellauer Ferien- und Skiheim klagten am Donnerstag 18 Schüler plötzlich über Übelkeit und lösten einen Großeinsatz aus. Foto: VN/HB

Plötzliche Übelkeit und Erbrechen: Junge deutsche Skiurlauber in Spitäler eingeliefert.

Mellau. Am Donnerstag kurz vor 22 Uhr wurde Vorarlbergs Gesundheitslandesrat Christian Bernhard über einen Großeinsatz der Rettungskräfte in Mellau informiert. Die erschreckende Mitteilung: Insgesamt 18 Mitglieder einer deutschen Schülergruppe waren in einem Jugendhaus plötzlich erkrankt und mussten in die Krankenhäuser von Bregenz, Dornbirn und Feldkirch eingeliefert werden.

Die Symptome der Betroffenen im Alter von zwölf und 13 Jahren waren bei allen dieselben: Übelkeit, Brechdurchfall und Fieber.

In Quarantäne

Bei einem Lokalaugenschein der VN vor Ort hielten sich die deutschen Betreuer der Schützlinge am Freitag mit Aussagen über die Vorgänge deutlich zurück. Nur so viel: „Die ersten Fälle traten schon am frühen Nachmittag auf, gegen Abend eskalierte dann die Situation“, sagte einer der Lehrer. Die Rettung wurde alarmiert. Ein Großeinsatz der Rettung und Feuerwehr erfolgte.

Einige der Schüler konnten bereits am Freitag aus den Krankenhäusern entlassen werden und befinden sich derzeit in einem Quarantäne-Zimmer im Mellauer Ferienheim.

Noroviren-Infektion?

Zumindest die Betreuer sind sich über die Ursache dieser Erkrankung, die in dem Heim mit Selbstversorgung auftrat, sicher: „Mit Lebensmitteln oder dem Essen hat das rein gar nichts zu tun. Wir sind hier bereits seit 20 Jahren auf Skiurlaub, und es hat noch nie einen solchen Zwischenfall gegeben. Es handelt sich mit Sicherheit um eine vorübergehende Noroviren-Infektion“, meinte ein Lehrer.

Keine gesicherte Diagnose

So konkret möchte sich Gesundheitslandesrat Bernhard jedoch nicht festlegen: „Die genaue Diagnose steht bis dato noch nicht fest“, betonte er gegenüber den VN.

Fest steht, dass Nahrungsproben entnommen worden, um die Ursache der Krankheit zu klären. „Es könnte natürlich eine Noroviren-Infektion gewesen sein. Aufgrund der Symptome ist ist aber auch eine Staphylokokken-Vergiftung denkbar“, so Bernhard.

Für Letzteres spräche zumindest das Auftreten der Symptome innerhalb so kurzer Zeit wie im aktuellen Fall. Über die Genesung der Schüler zeigt sich der Landesrat jedoch äußerst optimistisch: „Die Betroffenen sind durchwegs junge, gesunde Menschen, die so etwas gut wegstecken.“

Die Betroffenen sind durchwegs junge, gesunde Menschen, die sowas gut wegstecken.

Christian Bernhard