Ein unheimlicher Feuerteufel versetzt Alpenstadt in Angst

Vorarlberg / 19.03.2017 • 22:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Feuerwehr Bludenz kam mit Atemschutzgeräten zum Einsatz.
Die Feuerwehr Bludenz kam mit Atemschutzgeräten zum Einsatz.

Beim neunten Anschlag des Zündlers wurden am Sonntagmittag sieben Menschen verletzt.

Bludenz. Es begann am 14. Februar dieses Jahres im Herzen der Alpenstadt. In der Kirchgasse, der Mühlgasse, der Wichnerstraße, der St.-Anna-Straße, der Kapuzinerstraße und am Sonntag in der Werdenbergerstraße loderten plötzlich Flammen. Irgendjemand setzte in bisher neun Fällen Müllsäcke, Müll- und Altpapiercontainer in Brand. Mit schwerwiegenden Folgen. Vor allem am gestrigen Sonntag.

War zu Beginn noch von unbekannten Ursachen die Rede, glaubt die Polizei neuerdings eine Erklärung für die unheimliche Brandserie gefunden zu haben. So wird ein Pyromane hinter den Feuerlegungen vermutet. Ein unbekanntes Gesicht, nach dem die Exekutive fieberhaft fahndet. Dies wird auch
von Christoph Feuerstein vom Landesfeuerwehrverband bestätigt.

Am Samstag hatte der Täter zunächst im Durchgang zwischen der Wichnerstraße und der Mühlgasse eine an einem Gitter angebrachte Sichtschutzfolie angezündet. Dadurch fingen auch die dahinter abgestellte Mülltonne und der darin befindliche Grünmüll Feuer. Unmittelbar danach begab sich der Unbekannte in den unversperrten Keller des Objekts Kirchgasse 8 und zündete einen dort abgestellten Papiercontainer an. Der Papiercontainerbrand konnte gegen 13.45 Uhr von der Feuerwehr Bludenz gelöscht werden.

Rauchgasvergiftungen

Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Objekt musste eine Person mit dem Bergekran geholt und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Landeskrankenhaus Bludenz eingeliefert werden. Eine weitere durch Rauchgas beeinträchtigte Person begab sich selbstständig ins Spital. Die Feuerwehr Bludenz war mit sechs Fahrzeugen und 45 Mann im Einsatz; die Herrengasse musste in der Zeit von 13.30 bis 14.55 Uhr gesperrt werden.

Baby unter den Opfern

Am Sonntag erreichte die Brandserie ihren bisher dramatischsten Höhepunkt: Kurz vor Mittag schlug der Feuerteufel im Hauseingang eines Mehrparteienhauses in der Werdenbergerstraße zu. Er setzte einen Altpapiercontainer in Brand, die Rauchschwaden drangen in die Räumlichkeiten des Objekts und setzten den Bewohnern stark zu. Das Gebäude musste von der Feuerwehr evakuiert werden. Zwölf Personen wurden von den Einsatzkräften ins Freie gebracht, sieben von ihnen erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten ins Krankenhaus Bludenz eingeliefert werden. Darunter auch ein Baby. Eine weitere Person rutschte bei der Flucht auf einer Stiege aus, stürzte und wurde empfindlich verletzt.

Nur zu verständlich, dass in Bludenz Angst herrscht. Jürgen Pösel, Kommandant der städtischen Feuerwehr, rät der Bevölkerung zu dringenden Vorsichtsmaßnahmen: „Alle Hauseingänge und Müllcontainer sollten abgesperrt werden. Fremde dürfen sich keinen Zugang verschaffen können.“

Wer Hinweise zum Täter machen kann oder entsprechende Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich an die Polizeiinspektion Bludenz (Tel. 059 133 8100) oder jede andere Sicherheitsdienststelle zu wenden.

Hauseingänge und Müllcontainer sollten abgesperrt werden.

Jürgen Pösel
In der Bludenzer Werdenbergerstraße musste am Sonntag ein Mehrparteienhaus evakuiert werden.  vol.at/MAdlener, Feuerwehr Bludenz
In der Bludenzer Werdenbergerstraße musste am Sonntag ein Mehrparteienhaus evakuiert werden. vol.at/MAdlener, Feuerwehr Bludenz