Rathausmitarbeiter in Dornbirn parken günstig

Vorarlberg / 19.03.2017 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Parken in der Parkgarage: für Rathausbedienstete zum Sondertarif. STD

Parken in der Parkgarage: für Rathausbedienstete zum Sondertarif. STD

Dornbirner Rathausbedienstete können ihr Auto zum Extratarif in der Kulturhausgarage abstellen.

Dornbirn. (ha) Bedienstete der Stadt Dornbirn, die zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Bus zur Arbeit kommen, werden mit sogenannten „Ecopoints“ belohnt. Aber auch jene, die per Pkw anreisen, dürfen sich nicht beklagen: Sie können sich über äußerst günstige Parktarife in der Stadtgarage freuen.

Das wiederum wird von den Grünen moniert. Stadträtin Juliane Alton spricht von „privilegiertem Parkieren“ für Stadtbedienstete, denn sie zahlen pro Tag lediglich einen Euro, wenn sie ihr Auto in der Stadtgarage abstellen. Sie sind allerdings angewiesen, das 2. Untergeschoß der Kulturhausgarage, die mit der Stadtgarage verbunden ist, zu benützen.

Kein Wunder, dass die Anzahl der Personen, die in der Stadtgarage zu dem für Rathausbedienstete geltenden Tarifen ihr Auto abstellen wollen, sukzessive zunimmt, wie in einer Vorlage an den Stadtrat nachzulesen ist.

So würden gerne auch Angestellte des Gemeindeverbandes, Bedienstete des Krankenhauses, die im Messehochhaus wohnen, und auch Mitarbeiterinnen des neuen Kindergartens Marktstraße um 50 Cent pro halbem Tag in der Stadtgarage parken.

Eine weitere Ausweitung dieser großzügigen Regelung wird von der Verwaltung der Stadtgarage skeptisch beurteilt, „da sie gesamthaft spürbare Mindereinnahmen zur Folge hätte“. Vizebürgermeister Martin Ruepp bestätigt, dass auf einer Sitzung des Stadtrates das Thema Parken auf der Tagesordnung stand und debattiert wurde. Eine konkrete Entscheidung über eine möglichen Neuregelung liegt bislang keine vor. Ruepp kündigt an, man werde sich weiterhin mit der Sache beschäftigen.

Bonuspunkte

Wie das Rathaus in einer Aussendung mitteilt, kommen die Bediensteten der Stadt jedoch „großteils zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit“. Für sie gibt es eine Belohnung: „Mitarbeitende können umweltfreundlich zurückgelegte Wege zu ihrem Arbeitsplatz als Bonuspunkte eintragen lassen.“ Wer genügend Punkte auf dem Konto hat, kann diese „gegen attraktive Angebote, die natürlich die Verwendung von Fahrrad und Co. unterstützen, eintauschen“, hofft die Stadt, dass das städtische Mobilitätsmanagement Wirkung zeigt.

Ähnliche Aktionen gibt es in Dornbirn bereits seit längerer Zeit. Die Folge ist, dass sich der Anteil der Pkw-Fahrer zuletzt deutlich reduziert hat.