Freude und Ärger mit Schulautonomiepaket

20.03.2017 • 19:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlberger Bildungsexperten beurteilen das Reformwerk unterschiedlich.

Schwarzach. (VN-hk) Mit Skepsis sieht die Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft den vorliegenden Gesetzesentwurf, der seit Kurzem in Begutachtung ist. „Es wurden einige unserer Forderungen berücksichtigt“, räumt Gerhard Unterkofler (57), Vorsitzender der Vorarlberger Pflichtschulgewerkschafter, ein.

Der Lehrervertreter nennt Beispiele: Sekretariatskraft im Schulcluster, finanzielle Absicherung von Leitern, die wegen der Clusterbildung ihre Funktion verlieren, die Bedeutung der Personalvertretung auch im neuen Modell, das Einvernehmen zwischen Schulleitung und Schulforum zum Organisationsplan einer Schule, das Verbleiben von frei werdenden Ressourcen an den einzelnen Schulen. Allerdings sieht Unterkofler den vorliegenden Entwurf auch als Sparpaket. Und deswegen „wird dieses Paket die Lehrpersonen in ihrer Arbeit kaum erreichen. Es fehlen jene Ressourcen, die gewährleisten, dass die Arbeit mit dem Kind auch Früchte trägt.“

„Gute Ansätze“

„Die Schulautonomie wird so gut sein wie sie bei den Schülern ankommt“, meint Gerhard Ouschan (56), Bildungssprecher der Vorarlberger Arbeiterkammer. „Mir fehlen in diesem Paket die pädagogischen Ansätze. Es bleibt offen, was dieser Systemwechsel bringt, wie Kinder von bildungsfernen Schichten davon profitieren sollen.“

Ouschan sieht in der Cluster-Bildung aber auch positive Effekte.

Ähnliche Schlüsse zieht Christoph Jenny, Bildungssprecher der Wirtschaftskammer: „Die Ansätze sind gut, aber es wird davon abhängen, wie gut es gelingt, die Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger pädagogischer Konzepte zu unterstüzen.“

Sehr viel Positives im Autonomiepaket sieht Pflichtschuleltern-Vertreterin Martha Stüttler-Hartmann. Ihre einzige Sorge: Der Schulgemeinschaftsausschuss könnte an Einfluss verlieren. „Obwohl es vielleicht ab und zu besser ist, wenn bestimmte Entscheidungen keine Zweidrittelmehrheit brauchen.“