Kritik an der „Jäger-Trauer“

Vorarlberg / 20.03.2017 • 19:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Grünen werfen den Weidmännern jahrelange Versäumnisse vor.

Bregenz. (VN-hk) Mit scharfer Kritik reagiert Grünen-Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra (32) auf den Jäger-Protest gegen die hohen Rotwild-Abschussquoten. „Dass sie in Trauerkleidung bei der Jägerversammlung erscheinen, ist eine Doppelmoral. Sie haben jahrelang die Augen vor den viel zu hohen Rotwildbeständen verschlossen“, schießt er in Richtung der Jäger des Bezirkes Bregenz. Einige von diesen waren am Samstag im Traueranzug zur Bezirksversammlung gekommen, um gegen den ihrer Meinung nach lebensbedrohenden Druck auf die Wildtiere zu protestieren. Bezirksjägermeister Hans Metzler hatte das „übertriebene Profitdenken einzelner Waldbesitzer“ angeprangert, ebenso die „radikalen Grabenkämpfe der Forstlobby“ gegeißelt und ein klares Wald- und Jagdkonzept im Land bemängelt.

Zadra spricht in seinem Angriff auf die Jäger von „Verbissschäden im Schutzwald. Diese haben dramatische Auswirkungen. Schutzwälder schützen Menschen vor Gefahren durch Lawinen, Muren oder Steinschlag. Diese Funktion können die geschädigten Wälder nicht mehr erfüllen.“ Deshalb seien auch die Abschusszahlen erhöht worden. Zadra verweist auf den Bundesrechnungshof: „Der geht im Bericht 2015 davon aus, dass in Vorarlberg bereits 72 Prozent der Schutzwälder so geschädigt sind, dass eine Naturverjüngung nicht mehr stattfinden und die Schutzfunktion nicht mehr erfüllt werden kann.“ Technische Schutzverbauungen kämen 146 Mal teurer als die Erhaltung der Schutzwälder. Ins Visier nimmt er auch die seiner Meinung nach überzogene Großfütterung, welche die TBC-Verbreitung massiv gefördert habe.