Mehr als 100.000 Euro ergaunert

20.03.2017 • 21:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte ist einer Haftstrafe noch entronnen. Foto: Eckert
Die Angeklagte ist einer Haftstrafe noch entronnen. Foto: Eckert

31-jährige Betrügerin am Landesgericht zu Bewährungsstrafe verurteilt.

Feldkirch. (ec) Wenn eine Firma sich vor Aufträgen kaum retten kann, ist dies normalerweise erfreulich. Wenn die Auftragslage so stark ist, dass Kontrollen nicht mehr möglich sind, wird dies gerne ausgenutzt. So auch von der 31-jährigen Angestellten, die es schaffte, innerhalb eines halben Jahres über 100.000 Euro Firmengelder auf ihr eigenes Konto abzuzweigen. Dabei stellte sich die Frau nicht besonders geschickt an. Sie stellte als Innendienstmitarbeiterin und Kontrolleurin rund 30 bis 40 fingierte Rechnungen für Fahrten quer durch Europa her.

Dass derartige Fahrten einiges kosteten, war nicht ungewöhnlich. Doch das Geld wurde nicht einer anderen Firma überwiesen, sondern landete prompt auf demselben Konto, auf das auch das Gehalt der Frau floss. Selbst als sie nicht mehr bei der Firma arbeitete, versuchte sie offenbar, weitere 25.000 Euro an Land zu ziehen. Doch bei dieser dreisten Aktion flog der Schwindel auf, Anzeige wurde erstattet.

Die Firma hat ihren Betrieb im Kanton St. Gallen. Sie hat knapp 1000 Mitarbeiter und ist im Maschinenbaubereich tätig. Die Chance auf Rückerlangung des Geldes ist äußerst gering. Die Frau hat eine neue Ausbildung begonnen, diese endet 2019. Geringfügig arbeitet sie als Verkäuferin. „100 Euro kann sie pro Monat zurückzahlen“, erklärt der Verteidiger beim Prozess in Feldkirch. Schuldentilgung wäre dann ohne Verzinsung in 83 Jahren.

Selbst wenn die Betrügerin ihre Ausbildung abgeschlossen hat, in dem von ihr gewählten Bereich bleibt ihr Einkommen äußerst bescheiden. Das Geld sei angeblich weg. Wohin die Beute geflossen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Kaution für Wohnung, Einrichtung, auf großem Fuß gelebt – das alles scheint angesichts einer Summe von 100.000 Euro und einem damals zusätzlichen Einkommen von rund 1500 Schweizer Franken monatlich kurios.

Kein Gefängnis

Zum Motiv hält sich die hübsche Frau knapp: „Ich kann nicht sagen, warum ich das getan habe.“ In ihrem Leben hat sich durch ihre Straftat nicht allzu viel verändert. Sie bleibt auf freiem Fuß, denn sie bekommt wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges 15 Monate Haft auf Bewährung. Schadensrückzahlungen kann man kaum fordern. Mildernd waren das Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit. Das Urteil ist rechtskräftig.