Polizei sucht noch nach dem zündenden Hinweis

20.03.2017 • 21:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Psychiater Reinhard Haller spricht über die Pyromanie. VN/Steurer
Psychiater Reinhard Haller spricht über die Pyromanie. VN/Steurer

In Bludenz ist der Feuerteufel los. Exekutive verstärkt Überwachung.

Bludenz. Seit dem 14. Februar dieses Jahres wurden in der Bludenzer Innenstadt neun Brände bei abgelagertem Müll gelegt (die VN berichteten), in der Mühlgasse sogar gleich zwei Mal an derselben Adresse.

Am Wochenende waren durch die Brandstiftungen gleich mehrere Personen in Mitleidenschaft gezogen worden, am Samstag erlitten zwei Bewohner in der Mühlgasse Rauchgasvergiftungen, am Sonntag sieben Personen in der Werdenbergerstraße. Ein weiteres Opfer zog sich bei der Flucht eine Knöchelverletzung zu.

Ein Einzeltäter

Der Bludenzer Kriminalreferent Oskar Wachter geht davon aus, dass es sich bei dem Brandstifter um ein und dieselbe Person handelt. Allerdings vermutet er keine geplante Aktion. „Der ist einfach nur herumgelaufen und steckte dann ziellos irgendwo Müll in Brand“, sagte er am Montag zu den VN.

„Neue Qualität“

Bis zum vergangenen Samstag. Ab diesem Zeitpunkt haben die Brandlegungen laut dem Chefinspektor eine „neue Qualität“ erreicht. „Das beunruhigt uns. Das Feuer wurde bei Mehrparteienhäusern gelegt.“

Mehr Überwachung

Durch die starke Rauchentwicklung gerieten zahlreiche Bewohner in Gefahr, in der Werdenbergerstraße mussten am Sonntag sechs Wohnungen evakuiert werden. Wann und ob der Brandstifter ein weiteres Mal zuschlägt, bleibt ein Rätsel. Das Bludenzer Bezirkspolizeikommando kündigte verstärkte Überwachungsmaßnahmen an, auch in Form von vermehrten Streifenpatrouillen. „Über die Brandstiftungen sind zwar vereinzelt Hinweise eingegangen, die sich jedoch als nicht zielführend erwiesen haben. Uns fehlt noch der schlagende Hinweis“, so Wachter. 

Rauchschwaden über der Bludenzer Innenstadt am Sonntag. Wohnungen mussten evakuiert werden. Feuerwehr
Rauchschwaden über der Bludenzer Innenstadt am Sonntag. Wohnungen mussten evakuiert werden. Feuerwehr
bludenz_grafik_2103.pdf
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