Wie ticken die Stubentiger?

20.03.2017 • 18:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie die Katze zum Menschen oder der Mensch zur Katze gefunden hat, ist eines der Themen des Kongresses.  Foto: VN/STEURER
Wie die Katze zum Menschen oder der Mensch zur Katze gefunden hat, ist eines der Themen des Kongresses. Foto: VN/STEURER

Beim ersten Tier & Wir Kongress am Wochenende in Bregenz dreht sich alles um die Katze.

BREGENZ. (VN-hrj) Wie haben Katze und Mensch wirklich zueinander gefunden? Wie ticken Katzen und wie ihre Besitzer? Wie kommunizieren Katzen? Wie können diese Tiere Menschen therapieren? Warum miauen Katzen in Südschweden ganz anders als in Vorarlberg?

Diese und viele andere Fragen um die Stubentiger werden im Rahmen des Animalicum Tier & Wir Kongresses, der am kommenden Wochenende im Vorarlberg Museum in Bregenz veranstaltet wird, erörtert. „Ziel ist es, Wissen über das Wesen dieses Tieres zusammenzutragen und öffentlich zu machen“, erklärt Tanja Warter, Organisatorin des Kongresses. Warum die Katze als Schwerpunktthema gewählt wurde, erklärte die 42-jährige in Bregenz lebende Tierärztin und Tier-Kolumnistin so: „Weil sie das beliebteste und häufigste Haustier ist. Schätzungsweise leben in Österreichs Haushalten 1,4 Millionen Katzen. Im Vergleich dazu sind es 600.000 bis 800.000 Hunde.“

Für den Kongress, der am Freitagabend beginnt, hat Warter namhafte Referenten gewonnen. Den Anfang macht Frank Nestmann, Inhaber des Lehrstuhls für Rehabilitation und soziale Beziehungen an der Universität Dresden, mit dem Vortrag „So gut tun uns unsere Tiere“. Dabei nimmt sich der Professor der Thematik „Tierische Gesellschaft und ihre positiven Auswirkungen für Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen“ an.

„Zur Frage, wie die Katze tatsächlich zu den Menschen gekommen ist, bzw. ob die Initiative vom Tier oder vom Menschen ausging, gibt es verschiedene Untersuchungen“, erläutert Tanja Warter. Einblicke in die Domestizierung der Katze gibt Professor Marcelo Sánchez vom Paläontologischem Institut der Universität Zürich am Samstag ab 9 Uhr.

Katzentherapeutin Birga Dexel, bekannt aus TV-Sendungen wie „Hund Katze Maus“ hatte schon viele Samtpfoten auf der Psychocouch. Anhand von Falldokumentationen erörtert sie am Samstag ab 11:30 Uhr, was in der Beziehung zwischen Mensch und Katze so alles schieflaufen kann und wie man sinnvoll reagiert.

Mit der Wissenschafterin Susanne Schötz von der Universität Lund in Schweden geht es am Nachmittag ab 14.30 Uhr weiter. „Professor Schötz hat letztes Jahr einen lustigen Forschungsauftrag bekommen“, erzählt Warter, „die Entschlüsselung der Katzenkommunikation. Sie untersucht die unterschiedliche Lautgebung der Katze.“ Miau sei nämlich nicht gleich Miau. „In Südschweden miauen Katzen ganz anders als etwa in Vorarlberg“, nennt Warter ein Beispiel. „Ein Grund ist, die Katzen übernehmen die Sprachmelodien der Menschen in der jeweiligen Region, in der sie leben.“ Wissenschafterin Schötz versucht nun, mittels Tonaufnahmen und Analysen, den Katzencode zu knacken. In ihrem Vortrag gibt sie Einblick in ihre Forschungsarbeit.

Zweitgrößte Bedrohung

Im Anschluss informiert Professor Peter Berthold über die Leidtragenden des Trends der Katzenhaltung: die Vögel und Kleinsäuger. Für diese Tierarten sind laut dem Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie an der Uni Konstanz die Katzen die zweitgrößte Bedrohung nach der industrialisierten Landwirtschaft.

Das letzte Referat hält die Tierärztin Rosmarie Poskocil aus Niederösterreich. Die Expertin für tiergestützte Therapie, etwa bei Depressionen, Einsamkeit und Alter, betrachtet die Möglichkeiten und Grenzen der Fähigkeiten von Katzen als Therapeuten für den Menschen. Hinweis der Kongress-Organisatorin: „Im Übrigen hat sich Rosmarie Poscocil dieses Thema auch aus der Sichtweise der Katze angeschaut.“

Überraschungsgast

„Übrigens gibt es einen Überraschungsgast“, gibt Warter noch bekannt. Es handelt sich um eine Fachtierärztin für Verhaltensforschung, die ab 10 Uhr am Samstag ihren Auftritt hat. In ihrem Referat „Wie ticken Katzenhalter?“ setzt sie sich sowohl mit den vierbeinigen Patienten als auch mit deren zweibeinigen Begleitern auseinander.

„Der Kongress soll interessierten und engagierten Tierhaltern Know-how für ein harmonisches Zusammenleben vermitteln“, fasst Warter zusammen. „Je mehr Know-how die Menschen haben, umso besser geht es ihnen und den Tieren.“

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Österreicher.

Tanja Warter

ALLES FÜR DIE KATZ

» Animalicum – Der erste Tier & Wir Kongress

» Vorarlberg Museum in Bregenz, Am Kornmarkt

» Freitag, 25. März ab 18 Uhr

» Samstag 26. März, 9 bis 19 Uhr

» Info: www.animalicum.com

» Anmeldung online unter:
hallo@animalicum.com