Heroinprozess noch ohne Urteil

Vorarlberg / 21.03.2017 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

40-Jähriger schmuggelte im Seitenfach seines Pkw Rauschgift aus der Schweiz.

Christiane Eckert

Feldkirch. Dass der 31-jährige Elektriker Heroin von der Schweiz nach Vorarlberg schmuggelte, steht fest. Die Frage ist nur, wie viel. Bei den konkreten Mengen bedarf es noch zwei weiterer Zeugen, weshalb der Prozess am Landesgericht Feldkirch um ein halbes Kilo Heroin am Dienstag nochmals vertagt werden musste. Der Beschuldigte selbst behauptet nämlich, dass er zeitweise keine Drogen benötigte, weil er im Substitutionsprogramm war und ohnedies mit Methadon versorgt wurde.

Polizist dementiert

Auch die Mengenberechnungen seien nicht korrekt, so der Angeklagte. „Ich war verwirrt, die Polizei hat mir alles vorgerechnet und ich habe nur Ja oder Nein gesagt“, sagt der U-Häftling im Prozess. Am Dienstag wurde jener Polizist in den Zeugenstand gebeten, der damals die Vernehmung durchführte. Er schildert, dass der Mann, wie bei Drogenkonsumenten üblich, erst von einem Arzt untersucht und dann einvernommen wurde. Keine Spur von Verwirrung. Der Drogenschmuggler, der mit 20 Gramm Heroin im Autoseitenfach erwischt worden war, habe damals von sich aus gerechnet und detaillierte Angaben zum Erwerb von Heroin, dessen Schmuggel und Weitergabe gemacht.

Der Beamte, der seit viereinhalb Jahren als Drogenspezialist im Einsatz ist, schildert, dass man dem Beschuldigten auch eine Pause zugestanden und etwas zu Essen gebracht habe. Danach hätte man die Vernehmung fortgesetzt. „Ich hatte den Eindruck, er will reinen Tisch machen“, so der Beamte.  Laut Telefonüberwachung forderte der Beschuldigte beispielsweise per Handy einen Abnehmer auf, die Anrufliste aus seinem Handy zu löschen. Wird der Angeklagte wegen der vorgeworfenen 545 Gramm Heroin verurteilt, droht ihm eine empfindliche Haftstrafe.