Pläne für größere Haltestellen

Vorarlberg / 21.03.2017 • 18:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Nach Bahnhofsoffensive sollen jetzt auch Haltestellen ausgebaut werden.

Bregenz. Die ÖBB investieren kräftig in die Bahninfrastruktur im Land. Die Bahnhofsoffensive ist längst auf Schiene. Eine Station nach der anderen wird auf Vordermann gebracht. Einige Projekte sind abgeschlossen, andere noch in Arbeit. Für die neuen Bahnhöfe in Götzis und Hard fehlen letzte Planungsentscheidungen. Aber auch hier sollen rasch die Bagger auffahren.

Neben den Bahnhöfen haben Land und ÖBB einen weiteren Fokus auf Haltestellen entlang der Bahnstrecken gelegt. Sie sollen sukzessive ausgebaut werden. „Aktuell sind wir damit beschäftigt, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten“, sagt Erwin Nagele, Streckenmanager bei den ÖBB. Gemeinsam mit dem Land Vorarlberg soll auf Basis einer aktuellen Studie entschieden werden, bei welchen Haltestellen Handlungsbedarf besteht. „Von Lochau bis Bludenz und ins Montafon werden alle Haltestellen unter die Lupe genommen“, so der zuständige Landesrat Johannes Rauch. Es müssten die raumplanerischen Siedlungsentwicklungen genauso wie Betriebserweiterungen und Ansiedlungen berücksichtig werden. Rauch rechnet damit, dass mittelfristig rund zehn Haltestellen erneuert und ausgebaut werden müssen.

Vorarlberg ist Bahnland. Alleine in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der täglichen Fahrgäste auf 46.000 verdoppelt. Die Kapazitäten sind ausgeschöpft. Ab 2019 sollen neue Zuggarnituren für Entspannung sorgen. Damit wächst allerdings auch der Investitionsdruck in die Haltestellen-Infrastruktur. Einzelne von ihnen müssten verlängert werden, damit die neuen Garnituren überhaupt halten können, so Rauch im Gespräch mit den VN. Die Bahnsteige bräuchten eine Länge von 220 Metern, erklärt Christian Wieser, Regionalleiter der ÖBB-Infrastruktur. Wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, werden die ÖBB zuerst mit Baumaßnahmen beginnen. Das trifft etwa auf die Haltestelle Bregenz-Hafen zu. Die Planungen für den Ausbau seien hier in der finalen Phase, so Wieser. Baubeginn ist im Herbst. In nur vier Wochen Bauzeit soll der Bahnsteig auf das erforderliche Maß verlängert werden.

Aufwendiger sind die anstehenden Arbeiten in Altach, wo gleichzeitig Vorkehrungen für einen barrierefreien Zustieg geschaffen werden. Mit dem Fahrplanwechsel 2018/19 soll, so die ÖBB, auch dieses Bauvorhaben abgeschlossen sein. Alleine für den Ausbau der Altacher Haltestelle hat die Bahn 1,6 Millionen Euro budgetiert. Umgebaut wird zudem in Schwarzach, wo ohnedies Gleisanlagen erneuert werden. Hier soll der Bahnsteig verlängert und die Bahnsteigkante erhöht werden, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern.

Etappenplan

Ebenfalls bereits entschieden sind Ausbaupläne für Klaus und Wolfurt. Dort vorgesehen seien barrierefreie Zugänge, neue Bahnsteige, Park&Ride- sowie Bike&Ride-Anlagen und eine Umgestaltung der Vorplätze. Konkrete Zeitpläne und Budgets gibt es allerdings noch nicht. Landesrat Rauch will noch im laufenden Jahr zu einer Prioritätenreihung kommen. Etappenweise sollen die Haltestellen dann umgebaut werden. Dabei müsse man aber auch die wirtschaftlichen Faktoren im Auge behalten, so ÖBB-Manager Wieser. Alles lasse sich finanziell wohl nicht bewerkstelligen – zumindest nicht gleich.