Sechs Kandidaten für den Haller-Job

Vorarlberg / 21.03.2017 • 18:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Reinhard Haller ist auch als Referent gefragt. Foto: stiplovsek
Reinhard Haller ist auch als Referent gefragt. Foto: stiplovsek

Ende Juni will Stiftung Maria Ebene die wichtige Personalfrage entschieden haben.

Frastanz. (VN-mm) „Wir sind glücklich.“ Die Erleichterung, die in der Stimme von Verwaltungsdirektor Günter Amann mitschwingt, ist nicht zu überhören. Sie gilt dem Umstand, dass es trotz eher dünnem Angebot in diesem medizinischen Segment immerhin sechs Bewerber für die Nachfolge von Primar Reinhard Haller gibt. Wie berichtet, geht der Leiter des Suchtkrankenhauses Maria Ebene in Frastanz mit Jahresende in Pension. Bis 30. Juni 2017 möchte die Stiftung Maria Ebene diese wichtige Personalentscheidung geklärt haben. Amann ist zuversichtlich, dass der Termin hält.

Als Zentrum positioniert

Reinhard Haller war insgesamt 35 Jahre im Suchtkrankenhaus Maria Ebene tätig, davon 33 Jahre als Chefarzt. „Er hat es als Person und mit seinem fachlichen Wissen geschafft, die Maria Ebene als Zentrum für Suchterkrankungen zu positionieren, an dem in Österreich niemand mehr vorbeikommt“, erklärt sich für Günter Amann die relativ hohe Zahl an Interessenten für die Primararztstelle. Denn bekanntermaßen zählen Psychiater zu einer raren und deshalb umso begehrteren Ärztespezies.

Alle Kandidaten, die um die Nachfolge des Russ-Preis-Trägers und VN-Kolumnisten rittern, verfügen laut Verwaltungsdirektor über entsprechend gute Qualifikationen für den Posten. Die Besetzung erfolgt nach den für die Vorarlberger Krankenhäuser geltenden Bestimmungen. Das heißt, zuerst ist der Landessanitätsrat am Wort, der die zur Auswahl stehenden Bewerber einem Hearing unterzieht und ihre fachliche Eignung prüft. Termin dafür ist Mitte April. Aus dem Hearing leitet sich eine Reihung bzw. Empfehlung an die Stiftung ab. Vor diesem Gremium müssen sich die verbliebenen Kandidaten einer neuerlichen Anhörung unterziehen. Auch die endgültige Entscheidung darüber, wer ab dem kommenden Jahr dem Suchtkrankenhaus medizinisch vorstehen wird, obliegt der Stiftung.

600 stationäre Patienten

Zu den Hauptaufgaben der neuen Führung zählt neben der Leitung des Krankenhauses auch jene der anderen Therapiestationen und Beratungseinrichtungen der Stiftung Maria Ebene. Das sind die Clean-Stellen in Bregenz, Bludenz und Feldkirch, die Carina und das Lukasfeld sowie die Werkstatt für Suchtprophylaxe (SUPRO). Das Krankenhaus allein beschäftigt 150 Mitarbeiter. Zudem wurde an den Gebäuden aus- und umgebaut. Rund 600 Patienten werden jährlich stationär auf Maria Ebene behandelt. Ein Drittel kommt von außerhalb des Landes. „Das Suchtkrankenhaus Maria Ebene ist nicht nur ein Teil der Krankenhauslandschaft in Vorarlberg, sondern ebenso eine überregionale Marke geworden. Das macht uns auch als Arbeitgeber attraktiv“, meint Verwaltungsdirektor Günter Amann.