Kinder mit Krebs bleiben gut betreut

23.03.2017 • 18:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Land und Stadt zerstreuen Befürchtungen, es könnte Verschlechterungen geben.

Dornbirn. Rund 13 Kinder erkranken in Vorarlberg jährlich an Krebs. Es sind vor allem Hirntumore und Leukämien, von denen die Mädchen und Buben betroffen sind. Als zentrale Versorgungsstation für die jungen Patienten hat sich in den vergangenen Jahren die Kinder- und Jugendhilfeabteilung im Krankenhaus Dornbirn etabliert. Mit ein Grund war das intensive Engagement von Bernd Ausserer, der zudem über eine kinderonkologische Zusatzausbildung verfügt. Im Mai 2016 trat Ausserer als Primar zurück und übergab an Edda Haberlandt, wobei er aber noch teilangestellt ist. Das offizielle Fehlen eines Kinderonkologen hat nun offenbar Bedenken geschürt, wonach sich an den bewährten Versorgungsstrukturen für krebskranke Kinder etwas ändern könnte, wie aus einer Anfrage von FPÖ-Gesundheitssprecher Hubert Kinz an Gesundheitslandesrat Christian Bernhard hervorgeht. Dieser verneint auf VN-Anfrage mit Nachdruck.

Kooperation verlängert

Die Stadt Dornbirn wiederum lässt ausrichten, dass erst jüngst der Vertrag über eine weitere Kooperation mit der Unikinderklinik Innsbruck, wo die großen Therapien verabreicht werden, erneuert wurde. Auch Primaria Edda Haberlandt steht uneingeschränkt zum Lebenswerk ihres Vorgängers. Im Februar hat sie mit Vertretern der Unikinderklinik Innsbruck das entsprechende Arbeitspapier angepasst. „Dabei haben beide Seiten neuerlich ihr Interesse an einer nachhaltigen Zusammenarbeit bekundet“, bestätigt Haberlandt. Das gilt nicht nur für die Krebstherapien, sondern ebenso für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Für sie wurde die Möglichkeit geschaffen, nach dem Rotationsprinzip an der Klinik tätig zu sein. Überdies beendet schon demnächst eine Ärztin die Zusatzausbildung zur Kinderonkologin in Innsbruck. Bis dahin wird Bernd Ausserer noch mitarbeiten.

Große Therapien in Innsbruck

Nach Meinung von Christian Bernhard ist die Befürchtung, wonach sich die Situation in Dornbirn verschlechtern könnte, einem Missverständnis geschuldet. „Die notwendigen Therapien wie Chemotherapien oder Knochenmarktransplantationen sind immer schon an der Unikinderklinik Innsbruck durchgeführt worden. Dabei bleibt es“, erklärt er. Die Abteilung im Krankenhaus Dornbirn übernehme die Untersuchung, Begleitung und Vorbereitung der Kinder. „Und sie macht das gut“, lobt er. Die Einrichtung eines eigenen Zentrums im Land würden die geringen Fallzahlen nicht zulassen. „Außerdem wäre es laut den Qualitätsvorgaben des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) gar nicht möglich“, ergänzt Bernhard. Dennoch brauche sich niemand Sorgen zu machen, dass sich etwas zum Negativen verändere.

Steigende Zahl an Patienten

Bei Verdacht auf eine Krebserkrankung wird das betroffene Kind zuerst im Krankenhaus Dornbirn aufgenommen. Bestätigen sich die dramatischen Vermutungen, erfolgt die Überweisung an die Unikinderklinik nach Innsbruck, wo die Diagnosestellung erfolgt und Therapieentscheidungen fallen. Anschließend kommt das Kind zurück ins Krankenhaus Dornbirn, dessen Kinderstation die begleitende Betreuung übernimmt. Edda Haberlandt spricht von einer insgesamt steigenden Zahl an krebskranken Kindern und Jugendlichen. Derzeit betreut ihre Abteilung 45 junge und jugendliche Langzeitpatienten in der Nachsorge, sechs bis sieben Kinder werden wegen einer akuten Krebserkrankung behandelt.

An den Kinder- und Jugendhilfeabteilungen der Landeskrankenhäuser erfolgt derzeit keine Behandlung von krebskranken Kindern. Allerdings stehe die Schwerpunktabteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch bereit, bei Bedarf hier Schritte zu setzen, heißt es vonseiten der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG).

Große Therapien übernahm immer schon die Uniklinik.

Christian Bernhard

Die Zahl krebskranker Kinder ist eher steigend.

Edda Haberlandt