Drogenraub mit Fischmesser

24.03.2017 • 21:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte macht zum Fall völlig andere Angaben als sein angebliches Opfer. Foto: Eckert
Der Angeklagte macht zum Fall völlig andere Angaben als sein angebliches Opfer. Foto: Eckert

33-Jähriger soll Rauschgiftlieferanten zur Herausgabe von Kokain gezwungen haben.

Christiane Eckert

Feldkirch. Sämtliche Beteiligten in diesem Kriminalfall, der derzeit am Landesgericht Feldkirch verhandelt wird, haben immer wieder mit Drogenkäufen oder -verkäufen zu tun.

Der Angeklagte, ein 33-jähriger, siebenfach vorbestrafter Türke, bestreitet, dass es den angeklagten Vorfall mit einem großen Fischmesser je gegeben habe. Das in Haft sitzende 23-jährige Opfer bleibt dabei, dass es im Winter bei den Müllcontainern seiner Heimatgemeinde ausgeraubt wurde.

Zeuge aus der Haft

In Tarnjogginghose und Badeschlapfen schildert der stämmige Zeuge nochmals, wie sich die Tat seiner Meinung nach zugetragen hat. So behauptet er, dass er dem Angeklagten Kokain liefern hätte sollen. Er habe in seinem Lochauer Keller das Kokain portionieren wollen, als der Angeklagte ihn via Handy immer wieder gedrängt habe, sich zu beeilen. Schlussendlich sei er mit dem ganzen Plastiksack mit insgesamt 100 Gramm Kokain im Wert von mindestens 3000 Euro zum Treffpunkt gehetzt. Als er die zwei bestellten Säckchen herausholen wollte, habe der Angeklagte ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge gezogen und gesagt: „Jetzt gibst Du mir das Ganze!“. Mit der Tüte in Händen sei der Räuber anschließend in einen blauen VW gestiegen und davongefahren. Der Angeklagte kontert: „Das ist alles erfunden.“

Angeblich Racheakt

Der 33-Jährige gibt als Motiv für die falschen Beschuldigungen einen Racheakt an. Das Opfer habe selbst seinem Vater gegenüber eingestanden, dass die Beschuldigungen rund um den Raub falsch seien. Grund für die Vergeltung: Der Angeklagte sei des Öfteren Geld für Kokainbestellungen schuldig geblieben. Jetzt habe man ihm etwas heimzahlen wollen. Nach mehrstündiger Verhandlung kommt der Schöffensenat zu dem Ergebnis, dass der Prozess wegen weiterer Zeugenaussagen vertagt werden muss. Für den mehrfach Vorbestraften steht einiges auf dem Spiel, so muss man sich Anfang April nochmals vor Gericht zusammensetzen, um zu einer Entscheidung zu gelangen.