Ein lästiger Kumpel, weil „sexuell ein bisserl anders“

Vorarlberg / 24.03.2017 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einseitige Zuneigung führte zu Streit zwischen Geschäftsleuten.
Einseitige Zuneigung führte zu Streit zwischen Geschäftsleuten.

Nach dem Reifenwechsel an Geschäftsautos krachte es zwischen zwei Firmenchefs.

Dornbirn. Hat der Mann Vermögen? „Schön wärs’s“ fällt im Verhandlungssaal am Bezirksgericht Dornbirn auf die Frage von Richter Frank Plasinger nach den finanziellen Verhältnissen des 49-jährigen Angeklagten. Immerhin, Schulden hat er auch keine. Schließlich ist er Inhaber einer eigenen Firma. Zwar zieren bereits acht Eintragungen sein Strafregister, diesmal jedoch beteuert er vehement seine weiße Weste bezüglich des Vorfalls, der ihn nun auf die Anklagebank beförderte.

„Nur geschupft“

„Nein, ich habe ihn nicht mit der Faust auf seine Brust geschlagen, sondern nur geschupft“, schildert er das Geschehen auf einem Parkplatz in Dornbirn.

Sein angebliches Opfer, ebenfalls ein selbstständiger Firmenchef, sei ehedem ein guter Freund und Kumpel von ihm gewesen. „Aber der ist sexuell ein bisserl anders. Und jedes Mal, wenn er mich trifft, umarmt er mich und drückt mich an den Schenkeln. Und das nervt mich, das geht mich unheimlich an!“ Genau so sei es auch an jenem besagten Tag gewesen, gerade nachdem er die Reifen an Geschäftsautos wechseln lassen hatte.

„Und außerdem zieht er in der Geschäftswelt immer wieder blöd über mich her“, drückt er seinem Ex-Kumpel noch eins drauf. „Ich wollte nur meine Ruhe vor ihm haben. Deshalb schupfte ich ihn weg.“

Als sein „Opfer“ auf dem Parkplatz auf ihn zugekommen sei, habe er so getan, als würde er telefonieren. „Damit er nicht zu mir kommt“, begründet der 49-Jährige. Aber es habe nichts genutzt. Wieder sei er zum Opfer der Begierde geworden. „Er kam und drückte mich! Obwohl ich ihm schon tausend Mal gesagt habe, er soll das gefälligst lassen“, erinnert sich der Beschuldigte. Der „Geschupfte“ selbst schildert den Vorfall als Zeuge naturgemäß etwas anders: „Er hat mich grundlos angegriffen! Er verpasste mir zwei Faustschläge auf die Brust! Im Krankenhaus hat man zwar keine Verletzungen festgestellt, aber ich hatte Schmerzen und einen schweren Atem.“

Ein weiterer Zeuge, ebenfalls ein Firmenchef, springt jedoch für den Beschuldigten in die Bresche. „Ich habe keine Faustschläge gesehen. Es hat sich dabei nur ein bisschen um eine kleine Stoßbewegung mit der flachen Hand gehandelt“, sagt er.

Das überzeugt Richter Plasinger. Er spricht den Beschuldigten frei und gibt dem sichtlich Erleichterten noch eines deutlich mit auf den Weg: „Hüten Sie sich vor einer Schupferei. Das kann Sie mal in Teufels Küche bringen.“