Mehr Wertschöpfung durch vereinte Regionalinitiativen

24.03.2017 • 17:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Vorarlberger Trend zu Regionalität steigert Wertschöpfung in der Landwirtschaft, Gastronomie und im Tourismus“, so LR Schwärzler. Foto: VLK
„Vorarlberger Trend zu Regionalität steigert Wertschöpfung in der Landwirtschaft, Gastronomie und im Tourismus“, so LR Schwärzler. Foto: VLK

Netzwerk Kulinarik verbindet regionale Vielfalt, Landwirtschaft und Gastronomie.

Bregenz. Das Netzwerk Kulinarik wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (BMLFUW) und mit Unterstützung der Länder ins Leben gerufen, um die regionalen und kulinarischen Initiativen neu zu ordnen und die vorhandenen Fördergelder anhand einer österreichischen kulinarischen Gesamtstrategie möglichst effizient einzusetzen. Was heißt das?

„Klare Zielsetzung des Landes Vorarlberg ist hierbei, eine zukunftsfähige Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk Kulinarik bzw. den beiden ausgewählten Clustern und den seit Jahren erfolgreichen und engagierten Vorarlberger Regionalinitiativen und Akteuren vor Ort herbeizuführen. Der steigende Trend zu Regionalität und Qualität steigert die regionale Wertschöpfung“, erklärt Landesrat Erich Schwärzler.

Arbeitsplatz Bauernhof

„Mit der Unterstützung dieser Initiativen stärken wir den Arbeitsplatz Bauernhof und die Regionalwirtschaft und schützen durch kurze Transportwege Umwelt und Klima“, führt Schwärzler aus.Die ersten großen Meilensteine, wie die Entwicklung der gesamtösterreichischen Strategie sowie die Ausschreibung und Besetzung der Cluster, wurden im Oktober 2016 bewältigt. Was bedeuten diese Cluster? Cluster I heißt „Produktentwicklung, -präsentation und -vermarktung für regionale landwirtschaftliche Qualitätserzeugnisse“ und wurde an ein Konsortium mit den Lead-Partnern „Agrar.Projekt.Verein“ und „Verein Kärntner Agrarmarketing“ im neugegründeten „Verein regionale Kulinarik“ zusammengeführt. Dieser Cluster kümmert sich um die operative Umsetzung im Umfeld der Landwirtschaft, also in der Produktion, Produktentwicklung, Verarbeitung und Produktpräsentation. Die Maßnahmen dieses Clusters finden somit bei den Bauern, den Be- und Verarbeitern sowie Innovations-, Bildungs- und Handelspartnern statt.

Innovative Initiativen

Der Cluster II heißt „Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und touristische Initiativen“, er wurde an ein Konsortium mit dem Lead-Partner „Kuratorium Kulinarisches Erbe Österreich“ vergeben und ist für die regionale Kulinarik in der Gastronomie, in der Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel Schulküchen und Kantinen, und bei touristischen Initiativen – Stichwort „Kulinarischer Tourismus“ – zuständig. Bereits bestehende Initiativen wie Urlaub am Bauernhof, Gutes vom Bauernhof, die Genuss Regionen etc. werden ebenso in die Gesamtstrategie eingebunden und tatkräftig in ihrer Weiterentwicklung unterstützt wie auch neue und innovative Initiativen, die sich noch bilden werden.

Wertschöpfungskette

Themen des Netzwerks beziehen sich auf die gesamte Wertschöpfungskette, vom Produzenten bis zum Konsumenten. Unterschiedliche Regelwerke werden auf gemeinsame (Mindest-)Standards ausgerichtet, die Kommunikation zur österreichischen Kulinarik, den Marken und Sub-Marken wird gestrafft. Nachhaltigkeit und ein klares Bekenntnis zur Herkunfts- und Qualitätssicherung stehen im zentralen Fokus. Einheitliche Datenbanken bzw. Datenbanksysteme, bessere Verknüpfungen zu touristischen Initiativen und eine partnerschaftliche Orientierung anhand internationaler Kooperationen werden vom Netzwerk umgesetzt. Alle interessierten Innovativen können sich am Projekt beteiligen und die gesamtösterreichische Vision mitgestalten. Jeder Interessent, gleich ob Landwirt, Erzeugergemeinschaft, Be- und Verarbeiter, Handelsbetrieb oder auch KonsumentIn kann durch eine einfache Registrierung auf der Website www.netzwerk-kulinarik.at Netzwerkpartner werden.

Mehr Regionalität in der österreichischen Kulinarik und damit verbunden mehr Sicherheit für die Konsumenten, dass hinter dieser Kulinarik auch klare Werte und ein hoher Qualitätsanspruch stehen, ist Ziel der Strategie. Die Strategie wurde unter Einbeziehung von namhaften ExpertInnen, der Universität für Bodenkultur und einer vielfältig zusammengesetzten Arbeitsgruppe mit Praktikern aus den verschiedensten Ebenen der Wertschöpfungskette entwickelt.

Das Netzwerk hat sich eine Strategie auferlegt, die Innovation ermöglichen und die regionale Vielfalt am kulinarischen Angebot nicht nur erhalten, sondern auch steigern soll. Dabei soll dem Konsumenten größtmögliche Sicherheit gegeben werden. Daher ist die Strategie auf ein sogenanntes Wertesystem aufgesetzt: Partizipation, Synergien, regionale Nachhaltigkeit, kontrollierte Richtlinien, Transparenz und Genussqualität.