Hilfe für Opfer des Zyklons

Vorarlberg / 26.03.2017 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Landesrettungskommandant Werner Meisinger beim Besuch einer Gesundheitsstation in der betroffenen Region. Fotos: RK
Landesrettungskommandant Werner Meisinger beim Besuch einer Gesundheitsstation in der betroffenen Region. Fotos: RK

Rotkreuz-Retter Werner Meisinger berichtet von seinem Einsatz in Madagaskar.

Schwarzach. Am Freitag ist Landesrettungskommandant Werner Meisinger aus Madagaskar zurückgekehrt, wo er im Auftrag der UN Hilfe für die Opfer des Zyklons „Enowa“ koordinierte. Im Distrikt Maoantsetra im Nordosten der Insel sind 75.000 Menschen von den Folgen des Unwetters betroffen. Ihnen fehlt es an Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten. Doch die Hilfslieferungen sind angelaufen. „Die Menschen haben durchaus Vertrauen, dass es wieder besser wird“, erklärte Meisinger gegenüber den VN.

Die Zerstörungen durch den Zyklon stellen gar nicht einmal das große Problem dar, berichtet Meisinger. Viel intensiver wurde die Region durch die starken Regenfälle getroffen, die den Zyklon begleiteten. Teile des Landes, etwa so groß wie Nieder- und Oberösterreich zusammen, wurden dabei überschwemmt. Das Wasser stieg teilweise innerhalb von 48 Stunden um bis zu fünf Meter an. Viele Häuser wurden weggeschwemmt, große Ackerflächen zerstört und damit auch die Lebensgrundlage genommen. Zum Glück waren nur wenige Tote und Verletzte zu beklagen.
Da die Region für Fahrzeuge unpassierbar war, musste sie teilweise mit Flugzeug und größtenteils mit einem Boot erreicht werden. „Nachdem wir uns ein erstes Bild verschafft hatten, war klar, was benötigt wird: Reis, Medikamente, Dinge des täglichen Lebens.“ Vor allem aber: Sauberes Trinkwasser. Oft dauere es Wochen, bis sich Krankheiten ausbreiten, „davor herrscht schon eine gewisse Angst“, weiß Meisinger.

In Besprechungen mit den Bürgermeistern der betroffenen Dörfer sowie der nationalen Katastrophenschutzbehörde von Madagaskar wurde die anlaufende Hilfe koordiniert und Prioritäten festgelegt. Tonnen von Lebensmitteln, Möglichkeiten für
die Trinkwasseraufbereitung, Moskitonetze, Kochtöpfe und mehr werden nun an die Hilfsbedürftigen verteilt. Die Hilfswelle ist laut Meisinger mittlerweile voll angelaufen.

„Unsere Arbeit ist getan“

Auch an die Zukunft müsse gedacht werden. Ein Großteil der Bevölkerung des Inselstaates lebt von der Landwirtschaft. Neuer Reissamen muss ebenso verteilt werden wie Vanille- und Gewürznelkensamen. Viele Schulen sind von den Überschwemmungen betroffen. Die Gebäude werden von den Bewohnern und den Schülern selbst instand gesetzt. „Unsere Arbeit ist hier an vorderster Front gemacht“, sagt Werner Meisinger. „Mit gutem Gewissen können wir an die nationalen und lokalen Einrichtungen übergeben.“

Am dringendsten wird sauberes Trinkwasser benötigt.

Werner Meisinger
Anpacken nach dem verheerenden Unwetter: Mit vereinten Kräften reinigen Schüler im Nordosten Madagaskars ihre Schule.
Anpacken nach dem verheerenden Unwetter: Mit vereinten Kräften reinigen Schüler im Nordosten Madagaskars ihre Schule.