Keine Beleidigungen und auch keine unmoralischen Angebote

Vorarlberg / 27.03.2017 • 22:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So geht’s am besten: freundlich und wenn möglich ohne Verkehrsverstöße. Foto: Vn/Hofmeister
So geht’s am besten: freundlich und wenn möglich ohne Verkehrsverstöße. Foto: Vn/Hofmeister

Benimmregeln bei Polizeikontrollen einzuhalten, kann bei kleineren Delikten nützlich sein.

Schwarzach. Das fehlte noch: Wegen Termindrucks lastet auch der Druck auf dem Gaspedal zu schwer. Da sticht die leuchtende Kelle eines Polizisten ins Auge, der Beamte winkt den Fahrer zur Seite. Zu allem Überfluss wurde Letzterer auch mit dem Handy am Ohr beobachtet. Wie man hier dem Schlimmsten noch entrinnen kann, erläutert Rudolf Salzgeber, Leiter der Vorarlberger Verkehrsabteilung der Polizei.

Null Toleranz bei Alkohol

Es gibt Verkehrsdelikte, bei denen die Polizei absolut keinen Spielraum hat. Dazu zählen in erster Linie
Alkohol am Steuer und massive Geschwindigkeitsübertretungen. Wer zum Alkomaten gebeten wird und den Test ablehnt, wird behandelt wie mit einer Alkoholisierung von 1,6 Promille. Das bedeutet Führerscheinentzug, Nachschulung, verkehrspsychologische Untersuchung und eine Strafe von 1600 bis 5900 Euro.

Korruptionsversuche

Ebenfalls tabu sind „unmoralische Angebote“. Wer glaubt, Verkehrsübertretungen mit Geld oder Geschenken „richten zu können“, ist bei der Polizei an der falschen Stelle. Salzgeber: „In Einzelfällen soll es solche Versuche auch bei uns geben. Aber hier handeln wir äußerst restriktiv. Denn das wäre eine Anstiftung zum Amtsmissbrauch, mit der man sich ein Gerichtsverfahren einhandeln kann.“

Eine Frage des Ermessens

Acht km/h zu schnell gefahren, mal kurz über die Sperrlinie oder im Parkverbot gestanden? Bei solchen Übertretungen könnte es mit einer Abmahnung getan sein. Denn die Verfolgung solcher geringfügiger Delikte liegt noch im Ermessensspielraum der einzelnen Beamten. „Es gibt hier einen überschaubaren Deliktskatalog in der Organmandatsstrafliste, der sich bei einem entsprechenden Benehmen des Ertappten zu seinen Gunsten auswirken kann. Allerdings ist der Alkohol auch hier eine Ausnahme. Wer etwa mit 0,51 Promille statt 0,50 erwischt wird, hat eben Pech gehabt“, sagt Salzgeber.

Anstand bewahren

„Grundsätzlich ist es so, dass die Kontrollorgane selbst Anstand und Respekt bewahren“, sagt Salzgeber, „aber das wird auch von den aufgehaltenen Fahrzeuglenkern erwartet.“ Haarsträubendes hätten hier Polizisten schon erleben und sich anhören müssen. Gerade wenn der Alkohol jede Hemmschwelle bei den betroffenen Lenkern gebrochen habe. „Unsere Beamten haben eine dicke Haut und sind schon zweimal nicht überempfindlich. Aber wer mit Beleidigungen reagiert und dabei übers Ziel hinausschießt, muss auch mit der üblichen Reaktion der Polizisten rechnen, nämlich mit einer zusätzlichen Anzeige“, macht der Verkehrschef deutlich. Wobei das Anreden mit „per Du“ für Salzgeber jedoch nicht unbedingt in die Kategorie des respektlosen Verhaltens fällt: „Die Du-Form zählt ja gerade hier in Vorarlberg zu den gebräuchlichen Umgangsformen.“

Unsere Beamten haben eine dicke Haut und sind schon zweimal nicht überempfindlich

Rudolf Salzgeber