Sie zeigten schon früh, wie es gemacht wird

27.03.2017 • 16:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Ausstellungsgelände im Jahr 1900 an der Goethestraße in Richtung Dr.-Waibel-Straße.  Foto: stadtarchiv
Das Ausstellungsgelände im Jahr 1900 an der Goethestraße in Richtung Dr.-Waibel-Straße.  Foto: stadtarchiv

1900 lockte die erste Handels- und Gewerbeausstellung alle nach Dornbirn.

dornbirn. (ha) Vor 117 Jahren wurde mit der Handels- und Gewerbeausstellung ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung der Stadt Dornbirn zum Messezentrum des Landes gelegt. Und schon damals wussten die Ausstellungsmacher, wie man das Publikum anlocken kann.

Wenn heute von der „Schau!“, der Herbstmesse, der „com:bau“ oder der „Gustav“ die Rede ist, dann meint man die Eigenmessen der Messegesellschaft, die einiges unternimmt, um Dornbirn als Messe­standort weiter zu stärken. Vor allem von der neuen Strategie, die vom ehemaligen Geschäftsführer Daniel Mutschlechner und seinem Team entwickelt wurde, erhofft sich die Messe neue Impulse. Die Messemacher haben auch die Politik auf ihrer Seite, wie etwa die neuesten Investitionen auf dem Messegelände zeigen. Insgesamt fließen nicht weniger als 29 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in neue Hallen.

Erste Ausstellung

Wie man attraktive Produktpräsentationen auf die Beine stellt, zeigte schon im Jahr 1900 der Dornbirner Gewerbe-Verein, der 1894 gegründet wurde. Ziel des jungen Vereins war die Förderung der Interessen aller Gewerbetreibenden. Bereits im Jahr 1900 fand eine Handels- und Gewerbeausstellung statt, die zu einem Riesenerfolg wurde: Vom 1. August bis zum 7. Oktober wurden rund 47.000 Eintrittskarten gelöst, obwohl Dornbirn damals gerade einmal 13.000 Einwohner zählte.

Das Ausstellungsgelände lag zwischen der Goethestraße und der Rosenstraße, also mitten im Ort. Lumpen ließen sich die Veranstalter nicht: Neben den Ausstellungshallen bauten sie sogar einen Musikpavillon auf. Größte Attraktion war ein Lichtspieltheater, das von 30.000 Besuchern gestürmt wurde. Zu den Ausstellern zählten unter anderem Textilunternehmer, die Seifensiederei Spiegel, die Wachszieherei Zumtobel, die Glas- und Porzellanhandlung Rhomberg oder die Schlosserei Mäser, um einige zu nennen.

Die Rechnung ging auf

Obwohl die Ausstellung ein Experiment war und niemand wusste, wie man sie annehmen würde, ging die Rechnung auf: Es wurde immerhin ein ansehnlicher Überschuss von 6000 Gulden erzielt. Das Geld wurde übrigens für den Kauf von Aktien der elektrischen Bahn Dornbirn–Lustenau verwendet. Als größten Erfolg feierten die Organisatoren das enorme Interesse an der Leistungsfähigkeit des Dornbirner Gewerbes, die offenbar auch in Wien gewürdigt wurde. Ein Jahr später wurde das damals größte Dorf der Monarchie von Kaiser Franz Josef I. zur Stadt erhoben.