44-Jähriger ergaunert 6400 Euro vom Amt

02.04.2017 • 20:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Notstandshilfebezieher wurde vom Arbeitsmarktservice enttarnt und angezeigt.

Feldkirch. (VN) Der 44-jährige Vorarlberger mit türkischen Wurzeln war für das Arbeitsmarktservice (AMS) Bregenz bereits von Anfang an ein schwerer Fall. Entsprechend umständlich gestalteten sich laut AMS die Vermittlungsbemühungen des damaligen Notstandshilfebeziehers: Anfang Februar 2014 ließ der 44-Jährige demnach seine AMS-Beraterin wissen, dass er in der Schweiz gute Chancen auf einen Job hätte, um ihr später mit scheinbar großem Bedauern mitzuteilen, dass es doch nicht geklappt habe. Mitte Mai 2014 gab der Mann dann an, dass er aufgrund gesundheitlicher Probleme bisher keine neue Arbeitsstelle gefunden hätte. Weitere Vermittlungsbemühungen blieben erfolglos.

Verdächtiges Telefonat

In dem Glauben, dass der „schwere Fall“ noch immer arbeitslos sei, wurde die Notstandshilfe zur Sicherung der Existenz weiter ausbezahlt. Bei einem Telefongespräch Anfang September 2015 berichtete der vermeintlich Arbeitssuchende, dass er wieder probearbeiten würde und den Termin beim AMS daher nicht wahrnehmen könne. „Das Telefonat wurde danach plötzlich abgebrochen und der Notstandshilfebezieher war nicht mehr erreichbar“, schildert ein Mitarbeiter. Da sich nunmehr der Verdacht erhärtete, dass der Mann in der Schweiz womöglich einer dauerhaften Beschäftigung nachging, wurden weitere Ermittlungen vorgenommen. Dabei stellte das AMS fest, dass der Notstandshilfebezieher vom 1. Februar bis 30. September 2015 in der Schweiz in einem Beschäftigungsverhältnis gestanden und ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet war.

Der 44-Jährige wurde daraufhin zur Rückzahlung der zu Unrecht bezogenen Notstandshilfe von insgesamt 6407,70 Euro verpflichtet. Doch obwohl dem AMS ein offizielles Bestätigungsschreiben der zuständigen Arbeitslosenkasse sowie sechs Lohnzettel des Arbeitgebers vorlagen, setzte der Mann offenbar alles daran, das Geld nicht bezahlen zu müssen. In der vergangenen Woche traf man sich schließlich am Landesgericht Feldkirch wieder. Der 44-Jährige wurde bei dem Prozess wegen schweren Betrugs verurteilt. Neben der unrechtmäßig empfangenen Notstandshilfe muss er nun auch eine empfindliche Geldstrafe bezahlen.

Das Telefonat wurde plötzlich abgebrochen und der Mann war nicht mehr erreichbar.

AMS-Mitarbeiter