Mehr Effizienz durch Straffung

02.04.2017 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Land strafft Verwaltung. Nun sind Forst- und Gesundheitsabteilungen im Visier.

Bregenz. „Zukunft der Verwaltung“: So lautet der Übertitel eines Vorhabens, mit dem Abläufe in der Landesverwaltung gestrafft werden sollen. Beim Land erhofft man sich davon willkommene Effizienzsteigerungen. Als jüngstes Beispiel dafür gilt die mit 1. April in die Tat umgesetzte Verschmelzung von Agrarbezirksbehörde (AAB) und Landwirtschaftsabteilung.

Beide Bereiche sind jetzt unter dem Dach der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum (Va). Die Abteilungsverschmelzung ist damit aus der Sicht von LH Markus Wallner (49, VP) zeit- und plangemäß erfolgt. Was derzeit allerdings noch fehlt, ist die räumliche Zusammenlegung. Diese soll in den nächsten Wochen erfolgen.

63 Mitarbeiter betroffen

Für Wallner steht im Hinblick auf die  Zusammenlegung eines fest: „Die Konzentration der Landwirtschaftsleistungen bringt eine Reduktion von Verwaltungseinheiten und Standorten. Von der übersichtlicheren Organisation und den vereinfachten, optimierten Arbeitsabläufen profitieren die Bürger. Durch die Bündelung der Kapazitäten werden außerdem nötige Ressourcen freigemacht, die zur Beseitigung bisheriger Engpässe verwendet werden können.“ Positiv seien auch die kürzeren und schnelleren Dienst- und Informationswege.

Vorstand der neuen Abteilung mit 63 Mitarbeitern ist Günter Osl. Walter Vögel wird Osl als Stellvertreter zur Seite stehen. Wolfgang Burtscher und Klaus Nigsch fungieren als Fachbereichsleiter und die Führung des Funktionsbereichs Zentrale Dienste obliegt Erich Freydl.

Startschuss für „e-Vergabe“

Stichwort Mitarbeiter: Diese hätten sich im Zuge der Fusion der Abteilungen tatkräftig eingebracht, spart Wallner nicht mit dickem Lob. „Nur so war es möglich, den ins Auge gefassten Zeitplan überhaupt einhalten zu können.“ Die Büros der neu aus der Taufe gehobenen Abteilung befinden sich in einem Gebäude der Illwerke in der Josef-Huter-Straße 35 oberhalb des Landhauses in Bregenz. Die Räumlichkeiten werden derzeit entsprechend adaptiert. Mit der Zusammenlegung habe man ein wesentliches Ziel des Prozesses „Zukunft der Verwaltung“ unter Dach und Fach gebracht.

Nächste Schritte in Sachen Bürokratiestopp und Deregulierung stehen bereits bevor: Noch im Frühjahr 2017 soll in der Landesverwaltung die sogenannte „e-Vergabe“ gestartet werden. Wallner: „Diese Vergabe ermöglicht es, den gesamten Vergabeprozess elektronisch abzuwickeln, von der Bekanntmachung über die elektronische Öffnung der Angebote bis hin zur Zuschlagsentscheidung.“

Bezirksbehörden im Auge

Auch aus dem bereits angelaufenen Projekt „Optimierung der Aufgabenverteilung zwischen dem Amt
der Landesregierung und den Bezirkshauptmannschaften“ sind laut Wallner in den nächsten Wochen erste Ergebnisse zu erwarten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Forst- und Gesundheitsabteilungen der Bezirksbehörden des Landes. Es gehe nicht um Personalabbau, betont Wallner. Aber: „Es könnte durchaus der Fall eintreten, dass ein Mitarbeiter, der momentan in der Feldkircher Bezirksbehörde arbeitet, künftig in Bregenz stationiert sein wird.“ Im Hinblick auf Untersuchungen sei vor allem jene bei den Forstabteilungen weit gediehen, noch vor dem Sommer erwartet sich Wallner dazu genauere Fakten.

Bündelung von Aufgaben

Das zentrale Ziel der Maßnahmen, die das Land bereits seit geraumer Zeit vorantreibt, liegt nicht nur für Beobachter auf der Hand: Durch das Bündeln von Verwaltungsaufgaben sollen künftig Schnittstellen reduziert und Aufgaben klarer geregelt werden. Darüber hinaus soll ein „Deregulierungsgesetz“, das in absehbarer Zeit im Entwurf auf dem Tisch liegen wird, bei den Bürgern und der Wirtschaft für spürbare Erleichterungen sorgen, verspricht Wallner im VN-Gespräch.

Es geht in keiner Weise um Personalabbau, sondern um das Reduzieren von Schnittstellen.

LH Markus Wallner