Sololiste drückte Lust am Wählen

02.04.2017 • 16:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nicht einmal vierzig Prozent der Mediziner im Land gingen zur Ärztekammerwahl.

Dornbirn. (VN-mm) Überraschend gering war die Wahlbeteiligung bei der Ärztekammerwahl am Samstag. Insgesamt waren 1592 Ärztinnen und Ärzte aufgerufen, ihre Standesvertretung für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Gerade einmal 622 Mediziner machten von ihrem Wahlrecht auch tatsächlich Gebrauch. Das entspricht einem Anteil von 39,1 Prozent.

Stabile Situation

Zum Vergleich: Bei der vergangenen Wahl nutzten noch gut 55 Prozent der Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Als Hauptgrund für die rückläufige Wahlbeteiligung vermutet der amtierende Ärztekammerpräsident Michael Jonas das Antreten von nur einer Liste. „Aufgrund der stabilen inneren standespolitischen Situation sah sich keine zweite Liste zu einer Kandidatur veranlasst“, bedankte sich Jonas bei allen, die „mittels Briefwahl oder persönlicher Stimmabgabe ihr Interesse an der zukünftigen Entwicklung der Kammer aktiv bekundet haben“.

Genug Herausforderungen

Die Wahlplattform von angestellten und niedergelassenen Ärzten trat als „Gemeinschaftsliste Initiative für Ärztinnen und Ärzte in Vorarlberg“ an. Bei den angestellten Ärzten gaben von 1010 Wahlberechtigten 341 ihre Stimme ab. Das entspricht 33,8 Prozent. Von der niedergelassenen Kollegenschaft mit 582 Wahlberechtigten schritten 262 oder 48,5 Prozent zur Wahlurne. Jeweils 14 Stimmen erwiesen sich als ungültig.

An Herausforderungen, die es in der bevorstehenden fünfjährigen Kammerperiode gemeinsam zu bewältigen gilt, mangelt es nicht. Der Ärztebedarf in den Spitälern und erst recht im niedergelassenen Bereich ist bekanntermaßen groß, außerdem braucht es familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, einen Bürokratieabbau sowie die Weiterentwicklung der Ausbildung mit einem etablierten Mentoringsystem.

Besuche an den Unis

Um junge Mediziner nach Vorarlberg zu holen, will die Ärztekammer, wie in den VN bereits berichtet, in Kooperation mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und der Stadt Dornbirn direkt an den Medizin-Universitäten aktiv werden. Derzeit wird nach einem geeigneten Termin für die Auftritte vor Ort, an denen auch Gesundheitslandesrat Christian Bernhard teilnimmt, gesucht. Da in den kommenden Wochen große Prüfungen anstehen, dürfte es aber wohl Herbst werden, vermutet Michael Jonas. Er selbst wird sich vorher noch bei der konstituierenden Sitzung des Kammergremiums am 24. April der Wiederwahl als Ärztekammerpräsident stellen.

Aufgrund der stabilen inneren Situation sah sich keine zweite Liste zur Kandidatur veranlasst.

Michael Jonas