Brücken sind in die Jahre gekommen

03.04.2017 • 17:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Viele Brücken im Land müssen – wie etwa die Höllbrücke im Silbertal – erneuert bzw. saniert werden. Foto: VN/Hofmeister
Viele Brücken im Land müssen – wie etwa die Höllbrücke im Silbertal – erneuert bzw. saniert werden. Foto: VN/Hofmeister

Arbeiten an vielen Baustellen beginnen: Instandhaltung verschlingt Millionen.

Feldkirch. 2017 wird auf Vorarlbergs Straßen wieder kräftig gebaut. Die Instandhaltung geht ins Geld. Für heuer hat die Landesregierung 53,2 Millionen Euro für den Straßenbau budgetiert. 30,6 Millionen davon fließen in das Bauprogramm.

Das Landesstraßennetz ist 800 Kilometer lang. Mit statistisch einer Brücke pro Straßenkilometer liegt der Fokus seit einigen Jahren auf dem Erhalt dieser Bauwerke. An ihnen nagt längst der Zahn der Zeit. „Viele Brücken aus der Blütezeit des Straßenbaus in den 60er-Jahren kommen in ein Alter, wo eine grundlegende Instandhaltung notwendig ist, um eine möglichst lange Restlebenszeit zu ermöglichen“, sagt Gerhard Schnitzer, Abteilungsleiter Straßenbau im Land. Die Ausgaben für Brücken seien in den letzten Jahren sukzessive gestiegen. Alleine heuer verschlingen die Maßnahmen rund 8,5 Millionen Euro. Gebaut wird quer durchs ganze Land. Scheibenbachbrücke auf der Senderstraße, Lingenauer Hochbrücke, Grenzbrücke in Höchst, Illbrücke – die Liste ist lang. Am Investitionsbedarf wird sich auch so schnell nichts ändern. Das Volumen werde auch in den nächsten Jahren eine ähnliche Größenordnung ausmachen. Mit Schwankungen: Wenn etwa im nächsten Jahr mit den Arbeiten an der Rheinbrücke zwischen Hard und Fußach begonnen wird, könne sich das Budget für den Brücken­erhalt auch verdoppeln. An den Investitionen führe aber kein Weg vorbei. „Da geht es um die Werterhaltung des Bestandes.“ Wird nicht saniert, kann es schnell zu spät sein. Dann müssten Brücken neu gebaut werden. „Wir haben die Aufgabe, Bevölkerung und Wirtschaft eine Straßeninfrastruktur bereit zu stellen, die in einem vertretbar guten Zustand ist“, sagt Schnitzer und lässt durchblicken, dass die verfügbaren finanziellen Mittel auch dafür ausreichen müssen.

Bei Baumaßnahmen und Instandhaltung müssen sich Vorarlbergs Straußenbauer also nach der Decke strecken. „Natürlich wäre es gut, mehr Geld in die Werterhaltung investieren zu können“, sagt Schnitzer. Allerdings könne man mit den vorhandenen Mitteln schon einiges bewegen.

Teure Belagssanierungen

Das trifft auch auf die Belagssanierung zu. Rund vier Millionen Euro sind 2017 dafür budgetiert. Damit sollten Vorarlbergs Straßenbauer auch ihr Auslangen finden. Der Winter habe keine negativen Überraschungen parat gehalten. Die Frostschäden seien im üblichen Rahmen, so Schnitzer im Gespräch mit den VN.

Kürzere Erneuerungszyklen

Im Bereich der elektrotechnischen Anlagen werden die Anforderungen tendenziell steigen. Die Erneuerungszyklen bei Signalanlagen, Beleuchtung oder Pumpanlagen liegen bei etwa 20 Jahren. „Diese Zyklen werden nach unserer Erfahrung weiter sinken. Wir kriegen nicht mehr die Qualität wie vor 15 oder 20 Jahren“, erklärt der Leiter der Straßenbauabteilung im Land. Damit werde der Investitionsbedarf größer. Allerdings habe man das im Griff.

Die Instandhaltung und Sanierung macht den Löwenanteil am Straßenbaubudget aus. Neue Straßen spielen eine untergeordnete Rolle. Ein Projekt sticht heuer dennoch heraus. So ist für 2017 der Baubeginn für die Anschlussstelle Rheintal-Mitte geplant. Ziel ist es, das Dornbirner Industriegebiet Wallenmahd direkt an das höherrangige Straßennetz anzubinden und dadurch Anrainer in Dornbirn und Hohenems zu entlasten. Dafür soll die Bleichestraße verlängert und die L 45 ausgebaut werden. Die Anschlussstelle selbst wird in der Folge vom Straßenerhalter Asfinag errichtet. Bei den notwendigen Grundablösen sei man bisher gut vorangekommen. „Allerdings sind sie noch nicht abgeschlossen“, sagt Gerhard Schnitzer. Man sei aber noch im Zeitplan. Mit den geplanten Vorlastschüttungen soll der Baustart jedenfalls wie geplant noch 2017 starten.

Die Investitionen braucht es, um den Werterhalt zu sichern.

Gerhard Schnitzer