Diesel aus Baggern abgepumpt

03.04.2017 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Treibstoffdieb am Landesgericht Feldkirch zu Geldstrafe und bedingter Haft verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch. Auf zwei Baustellen am Arlberg waren im vergangenen Jahr zwei Bagger über Nacht plötzlich ohne Treibstoff. Einmal wurden von einer Baumaschine im August in Stuben 60 Liter abgepumpt. Dann ein zweites Mal in Lech-Zürs im Oktober sogar 380 Liter. Wer dafür verantwortlich war, zeigte sich ziemlich rasch. Man sicherte Fingerabdrücke und DNA-Spuren, ließ die Daten durch den Computer laufen und stieß auf einen neunfach vorbestraften Teilzeitarbeiter. Der Mann hat nach einer missglückten beruflichen Selbstständigkeit knapp 100.000 Euro Schulden und ist immer knapp bei Kasse. Auf der Fahrt von Tirol nach Vorarlberg kam er an den ruhigen Baustellen vorbei und „tankte“ dort.

Teilgeständig

„Das mit den 60 Litern war ich, das gebe ich zu, aber die 380 Liter, das war ich nicht. Die passen ja gar nicht in den Tank meines Autos“, behauptete der Mann als Angeklagter am Landesgericht Feldkirch. Er fuhr damals einen alten Mercedes, doch auch in dieser Hinsicht hatte der Mann Pech, nach einem Unfall gibt es diesen Wagen nicht mehr. Der einstige Kraftfahrer räumt auf Nachfrage zwar ein, dass er auch noch einen Kanister mit dem Diesel der Bagger befüllt habe, das seien aber auch nur 20 Liter gewesen. Dass er bei einem der beiden Bagger das Tankschloss aufgebrochen hat, bestreitet er ebenfalls, doch anders ist der Dieseldiebstahl fast nicht möglich. Den Geschädigten, einer Transportfirma und einem Erdbewegungsunternehmer, will der Treibstoffdieb den Schaden ersetzen. Auf die Spur war man dem Mann unter anderem deshalb gekommen, weil er einen Zigarettenstummel am Tatort liegen ließ.

Fünf Monate bedingt

Auch wenn der Angeklagte bis zum Schluss beteuert, die große Menge nicht abgezweigt zu haben, das Gericht verurteilt ihn wegen der gesamten 440 Liter. Die Strafe wird mit fünf Monaten bedingt sowie 1200 Euro unbedingter Geldstrafe ausgemessen. „Es ist weit hergeholt, dass sie immer nur 60 Liter stehlen wollten. Sie können ja mehrere Kanister gefüllt haben“, begründet Richter Andreas Böhler.