Vorsicht vor dem Prinz aus Nigeria

03.04.2017 • 20:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
E-Mail der „Nigeria Connection“, die weltweit ihr Unwesen treibt.
E-Mail der „Nigeria Connection“, die weltweit ihr Unwesen treibt.

Vorarlbergerin wurde Opfer eines Vorschussbetrugs der „Nigeria Connection“.

Dornbirn. Tatsächlich gibt es nicht wenige Leute, die noch auf diesen faulen Trick reinfallen: Eine Organisation mit Sitz in Nigeria verspricht meistens über E-Mail-Verkehr hohe Geldbeträge aus Erbschaften oder sonstigen Geldtransfers. Wer zum Beispiel dabei behilflich ist, im Inland ein Konto für ein Millionenerbe zu eröffnen, bekommt „gütigerweise“ so um die 20 Prozent des Vermögens. Und nicht selten ist der Anbieter ein Prinz aus Nigeria. Der Vorarlberger Rechtsanwalt Stefan Denifl ist aktuell mit einem solchen Fall befasst. Er vertritt eine Mandantin, die erst kürzlich eine Anzeige bei der Polizei erstattet hat.

Erpressung mit Fotos

Der Grund: Über Facebook hatte ein sogenannter Freund, der ihr für einen „kleinen Vorschuss“ große Geldbeträge versprach, mit ihr Kontakt aufgenommen. Ein Kontakt, der mit der Zeit immer persönlicher wurde. Schließlich übermittelte sie dem fiktiven Ansprechpartner auch noch Fotos von ihr. Nachdem sie nach der Bezahlung von rund 1800 Euro keine Überweisungen mehr veranlasst hatte, wurde ihr mit der Veröffentlichung der Fotos gedroht, sollte sie keine weiteren Zahlungen mehr leisten.

Dornbirner Dienstleister

Dazu Anwalt Denifl: „Ich gehe davon aus, dass es in Vorarlberg noch mehr Opfer von solchen Vorschussbetrügereien gibt.“ Und offensichtlich werden die Leute dieser sogenannten Nigeria-Connection immer erfinderischer und dreister. Doch wen kann der Advokat im Namen seiner Mandantin klagen? In diesem Fall einen Dornbirner Dienstleister, der die Transaktionen der Gelder nach Afrika durchführte. „Die Überweisungen wurden ungeprüft und ohne jede rechtliche Aufklärung vorgenommen. Jetzt werden wir rechtliche Schritte gegen diesen Dienstleister unternehmen“, sagt Denifl.

Wer in die Falle der Nigeria Connection getappt ist, dem kann der Anwalt Folgendes raten: „Anzeige bei der Polizei erstatten und Rechtshilfe konsultieren.“ Am besten sei es natürlich, solche dubiosen Angebote im Internet überhaupt zu ignorieren. Wenn sie überhaupt den Weg zu den potenziellen Kunden finden und nicht von vornherein im Spamordner landen. Denn der Spamordner ist die Müllkippe des E-Mail-Verkehrs, ein Sammelbecken für Manipulation und Betrug. Nicht umsonst blockieren Anti-Virus-Programme verdächtige E-Mails und leiten sie dorthin um.

Diese Leute werden immer erfinderischer und dreister.

Stefan Denifl