Zittern vor der Mathe-Matura

03.04.2017 • 17:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
asdf Foto: ???
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Am 3. Mai geht es mit den Klausurarbeiten an 29 Vorarlberger Schulen los.

Schwarzach. Der Begriff Zentralmatura hat in Vorarlberg keinen guten Klang. Das liegt weniger an dem neuen Format, dem selbst im westlichsten Bundesland viele Schüler und Lehrer etwas Positives abgewinnen können. Es liegt an den bisherigen Leistungen, welche die Vorarlberger Kandidaten bei den ersten Anlässen dieser Art erbrachten.

Im Vorjahr saß der Schock im AHS-Bereich tief – speziell im Fach Mathematik. Da lag Vorarlberg von allen Bundesländern abgeschlagen an letzter Stelle. 33,2 Prozent aller angetretenen Schüler an den 14 Gymnasien schafften es nicht, eine positive Klausurarbeit zu schreiben. Die Alarmglocken schrillten.

Die große Frage: Wird’s heuer besser?

Kompetenzen gefragt

„Wir haben sehr große Anstrengungen unternommen, um Lehrer und Schüler so gut wie möglich auf die diesjährige Zentralmatura vorzubereiten“, sagt Freddy Witwer (39), Koordinator der Facharbeitsgruppe Mathematik für die Vorarlberger Gymnasien. So gab es gemeinsame Konferenzen mit den Mathematik-Gruppenleitern und deren Stellvertretern von den einzelnen Schulen. Es gab verpflichtende Schulungen für alle Mathematik-Lehrer der achten Klassen, um sie bestmöglichst auf die Formate der schriftlichen Reifeprüfung vorzubereiten.

Diese haben sich im Vergleich zu den Matura-Aufgabenstellungen von früher wesentlich geändert. Die standardisierten Aufgaben erfordern ein viel größeres grundsätzliches mathematisches Verständnis. Dieses ist speziell in Teil eins der zwei Aufgabenpakete gefragt und muss entsprechend verinnerlicht werden. Die Lehrer wurden speziell auf diese Formate geschult und waren angehalten, sie den Schülern nahezubringen. Nicht alle Mathematik-Lehrer konnten sich auf Anhieb mit der kompetenzorientierten schriftlichen Reifeprüfung anfreunden. Es bedurfte vieler Überzeugungsarbeit, um den Großteil der Mathematik-Pädagogen vom Sinn der neuen Formate zu überzeugen.

Anspannung steigt

„Wir haben zu diesem Zweck auch erfolgreiche Lehrer von außerhalb Vorarlbergs eingeladen, ihre Erfahrungen weiterzugeben und den Kollegen zu verraten, wie man erfolgreich sein kann“, berichtet Witwer. Zehn von 14 AHS besuchte der Fachkoordinator persönlich, um sich die Situation vor Ort anzuschauen und schulspezifische Maßnahmen zu setzen. „Wer immer möchte, dass ich vorbeischaue, um vielleicht die eine oder andere Frage zu klären – ich komme gerne“, will Wittwer auch die verbleibenden Wochen noch nützen.

Die Anspannung, so räumt Witwer ein, sei natürlich im Steigen begriffen. Wunder erwartet sich der ARGE-Leiter dennoch keine. „Man kann nicht erwarten, dass von einem Jahr zum anderen alles komplett anders wird. Aber selbstverständlich erhoffen wir uns bessere Resultate als im Vorjahr.“

Dabei gehe es ihm gar nicht so sehr um das Bundesländer-Ranking. „Es geht mir vielmehr darum, dass wir den Prozentsatz von durchgefallenen Maturanten deutlich reduzieren können. Sollten es heuer weniger als 20 Prozent werden, wäre das ein Erfolg“, betont Witwer.

Viel gemacht

Bessere Resultate erhoffen sich natürlich auch die Vorarlberger Schulaufsichtsorgane. Christine Schreiber (63), Landesschulinspektorin der AHS: „Wir haben eine gemeinsame Testschularbeit gemacht, Fachkonferenzen abgehalten, Fortbildungen organisiert und zahlreiche Dienstbesprechungen durchgeführt. Ich hoffe, dass sich die Bemühungen auszahlen.“ Dasselbe wünscht sich Inspektor-Kollege Johannes Schwärzler (54) von den Berufsbildenden Höheren Schulen. „An den erstellten Analysen und den umgesetzten Maßnahmen kann es nicht liegen“, sagt auch er.

Nicht glücklich sind viele Schüler, Lehrer und Eltern mit dem ihrer Meinung nach übertriebenen Stellenwert des Fachs Mathematik.

Könnten wir die Nichtgenügend auf unter 20 Prozent bringen, wäre das bereits ein Erfolg.

Freddy Witwer

Zentralmatura Vorarlberg

Schulform Schüler/innen Klassen Schulen

HAK 307 14 5

HTL 343 17 3

HUM 344 14 7

AHS 854 43 14

Gesamt 1.848 88 29