Bauverfahren für Projekt Kalkofen wird fortgesetzt

04.04.2017 • 16:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neben den derzeitigen Bautätigkeiten im Quartier sollen im Kalkofen drei weitere Gebäude entstehen. Foto: Wohnbauselbsthilfe
Neben den derzeitigen Bautätigkeiten im Quartier sollen im Kalkofen drei weitere Gebäude entstehen. Foto: Wohnbauselbsthilfe

Teilbebauungsplan in Götzis abgelehnt. Experten widersprechen Landesvolksanwalt.

Götzis. Am Montagabend hat sich die Götzner Gemeindevertretung einmal mehr mit den umstrittenen Projektplänen der Wohnbauselbsthilfe im Ortsteil Wieden-Kalkofen auseinandergesetzt. Die Wohnbauselbsthilfe will dort eine Anlage mit insgesamt 49 Wohnungen in drei Gebäuden errichten. Eines davon soll sieben Stockwerke hoch werden. Die Anrainer befürchten eine Ghettoisierung, denn im Ortsteil wird bereits seit einiger Zeit gebaut: Es entstehen mehr als 130 Wohnungen.
Die Götzner Opposition hatte einen gemeinsamen Antrag eingebracht, für das Gebiet Wieden einen Teilbebauungsplan zu erstellen. Sie folgte damit einer Empfehlung des Landesvolksanwalts Florian Bachmayr-Heyda. Als Experten nahmen Raumplaner Felix Horn und der Architekt Helmut Kuess an der Sitzung teil. Die Meinung der Gutachter war eindeutig: „Aus fachlicher Sicht der Raumplanung ist für das Projekt kein Bebauungsplan notwendig“, erklärte Horn. Auch Kuess gab an, dass aus seiner Sicht alle fachlichen Schritte der Entwicklung durchgeführt worden sind. Auf der politischen Ebene lieferten sich die Mandatare jedoch intensive Diskussionen. Für Reinhard Rüf (SPÖ) wäre der Bebauungsplan die letzte Möglichkeit, einen Kompromiss zu erwirken. „Bisher wurden alle Vorschläge abgelehnt. Deshalb muss die Gemeinde nun einschreiten, um die beste Lösung zu finden“, so Rüf.

Von den Grünen wurde erneut der Vorschlag für einen Grundtausch mit der WBS ins Spiel gebracht. Aus Sicht der Freiheitlichen wäre es nie zu so vielen Diskussionen gekommen, wenn von Beginn an durch den Bebauungsplan für Rechtssicherheit gesorgt gewesen wäre. Christoph Längle beantragte dann
auch eine geheime Abstimmung, denn zumindest ein Gemeindevertreter der ÖVP müsste für den Antrag stimmen, um eine Mehrheit zu bekommen.

15:15 Stimmen

Dazu kam es aber nicht. 15 Ja-Stimmen standen 15 Nein gegenüber. Die Volkspartei sitzt mit 15 Mandataren in der Gemeindevertretung. Bürgermeister Loacker zum Ergebnis: „Mich freut es, dass die politischen Entscheidungsträger den Argumenten der Fachleute gefolgt sind. Eine Weiterführung des Bauverfahrens ist somit möglich und der Weg zu dringend benötigten leistbaren Wohnungen ist nun frei.“