In Hard wird bald geclustert

04.04.2017 • 16:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Karin Dorner und Christian Grabher wollen die Cluster-Chefsache später klären. Foto: VN/Stiplovsek
Karin Dorner und Christian Grabher wollen die Cluster-Chefsache später klären. Foto: VN/Stiplovsek

Mittelschule und Volksschule Markt sind ab kommendem Schuljahr gemeinsam unterwegs.

Hard. Als genehmigten Versuch gibt es sie schon, die schultypenübergreifenden Klassen der vierten Klasse Volksschule mit der ersten und zweiten Klasse Neue Mittelschule. Heterogene Gruppen im Streben nach optimalem Lernertrag und der Ausstattung mit größtmöglichen sozialen Kompetenzen.

Autonomie macht es möglich

Ab 2017/2018 werden die beiden Schulen als pädagogische Einheit im brandneuen Schulkomplex am See verschmolzen. Sie sind dann offiziell eine mit dem Stempel des Bildungsministeriums versehene „Leuchtturmschule“, die das aus der Taufe gehobene Clustermodell leben und umsetzen soll. „Wobei wir das Wort Leuchtturm nicht so gerne hören“, sagt Direktorin Karin Dorner (53). „Das klingt abwertend gegenüber anderen Schulen. Was ich jedoch gerne sagen darf: Die Lehrer an beiden Schulen sind ein sehr gutes Team, und wir wollen es schaffen, die früher gefürchteten Übergänge von einem Schultyp zum anderen kaum spürbar zu machen.“ Sehr gerne hört auch Christian Grabher (55), Direktor der Mittelschule, das Wort „wir“.

Warten auf neues Gebäude

Schließlich haben die Lehrer beider Schulen das neue pädagogische Konzept erarbeitet und sind bereits daran, es umzusetzen. „Im Rahmen der Schulautonomie können wir es im kommenden Schuljahr offiziell als Regelwerk implementieren“, sagt Grabher.

Wie funktioniert das Konzept? „Die nach Jahrgängen gegliederten Klassen werden aufgelöst. Wir fassen die ersten drei Klassen in der Volksschule zusammen, danach die vierte Klasse Volksschule mit der ersten und zweiten Klasse Mittelschule. Dann gibt es noch die siebte und achte Stufe als Einheit“, erklärt Dorner. Den Vorteil des Systems sehen Grabher und Dorner vor allem darin, dass sich immer nur ein Drittel der jahrgangsgemischten Klassen nach oben bewegt. „Da bleiben Schüler zum einen zusammen und treffen beim Aufstieg in die nächste Stufe auf bereits eingespielte Gruppen. Das birgt große Vorteile für die Interaktion der Schüler in sich“, betont Grabher. Noch nicht entschieden ist, wer die Clusterleitung des Schulverbunds Hard Markt übernimmt. „Das ist derzeit auch nicht so wichtig“, betonen Grabher und Dorner unisono. Viel wichtiger sei die Umsetzung des pädagogischen Konzepts. Bis dieses im neuen, 42,5 Millionen Euro teuren Gebäude vollumfänglich Fleisch und Blut werden kann, dauert es noch ein Jahr. Die Schule wird erst ab dem Schuljahr 2018/2019 bezugsfertig sein.

Keine Mehrkosten

Im neuen Gebäude ist die Architektur den pädagogischen Leitlinien angepasst worden. In den drei Geschoßen sind die insgesamt neun schulinternen Cluster altersgemäß aufgeteilt. Das heißt: Die Jüngsten befinden sich im Erdgeschoß, die Ältesten im zweiten Obergeschoß. Ein Cluster besteht aus drei Klassenzimmern, zwei Gruppenräumen und einem Lehrerzimmer. In der Mitte befindet sich ein großer offener Lernraum. In jedem Cluster sind sechs Lehrpersonen für den Unterricht vorgesehen. Die Architektur ähnelt jener der neuen Ganztagsvolksschule Edlach in Dornbirn.

Die Zusammenlegung von Volks- und Neuer Mittelschule zu einem Schulverbund kann laut Aussagen von Grabher und Dorner ohne zusätzliche Kosten bewerkstelligt werden.

Die Lehrer beider Schulen haben ein gutes Team gebildet.

Karin Dorner

Die Chefsache ist derzeit nicht so wichtig wie die Pädagogik.

Christian Grabher