Tunnelspinne hält Politiker auf Trab

04.04.2017 • 17:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bärenkreuzung in Feldkirch gilt seit Jahren als neuralgischer Verkehrsknotenpunkt. Foto: VN/Hofmeister
Die Bärenkreuzung in Feldkirch gilt seit Jahren als neuralgischer Verkehrsknotenpunkt. Foto: VN/Hofmeister

Stadttunnel beste Medizin gegen Feldkirchs Blechlawine? Stadt und Land sagen Ja.

Feldkirch. (VN-tw) Vor zwei Jahrzehnten war es noch der umstrittene Letzetunnel, der lange Zeit die Verkehrsmisere in der Montfortstadt hätte lösen sollen. Nicht wenige Politiker hielten die damals geplante Röhre für baureif. Tunnelkritiker diesseits und jenseits der Grenze ließen Verkehrspolitiker damals die Notbremse ziehen und sorgten für einen Neustart der Planungen. Seit geraumer Zeit liegen nun Pläne für das Großprojekt Stadttunnel auf dem Tisch: Mit dem Bau einer unterirdischen Tunnelspinne soll die alltägliche Verkehrsmisere erträglicher werden.

Baukosten bis zu 250 Millionen

Zu den Fakten: Bei den Baukosten geht man von einer Investition von bis zu 250 Millionen Euro aus, als frühestmöglicher Baustart gilt der Spätherbst 2018. Der erste Teil des Tunnels dürfte vor diesem Hintergrund im Jahr 2023 befahrbar sein. Derzeit sind allerdings noch von Tunnelgegnern eingebrachte Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht und Grundablösen offen.

Bei Stadt und Land steht jedoch fest: Es braucht den Tunnel ebenso wie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Sobald das Röhrensystem fertiggestellt sei, werde ein weiterer Ausbau des sanften Verkehrs erfolgen, versichern Statthalter Karlheinz Rüdisser (62, VP) und Feldkirchs Bürgermeister Wilfried Berchtold (62, VP).

Berchtold: „Einmalige Chance“

„Die Realisierung des Tunnels bietet uns eine einmalige Chance, um Verkehr, Lärm und Abgase im bewohnten Gebiet zu reduzieren und damit den Menschen wieder eine höhere Lebensqualität zu bieten“, meint Berchtold. Die Förderungen für den öffentlichen Verkehr könnten sich sehen lassen: Seit 1993 sind 38 Millionen Euro in den Betrieb des Stadtbusses geflossen. Die Fahrgastzahlen haben sich von 1,6 auf 7,9 Millionen erhöht. Nur auf den öffentlichen Verkehr zu setzen, ist laut Rüdisser und Berchtold aber eine unrealistische und falsche Sichtweise. Das starke Wachstum beim Gesamtverkehrsaufkommen (89 Prozent der Vorarlberger Haushalte besitzen einen Pkw) dürfe nicht ignoriert werden.