Besserer Schutz für werdende Mütter

05.04.2017 • 16:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Pflegebereich kann für Schwangere ein gefährliches Pflaster sein, da es viele Infektionsmöglichkeiten gibt.  Foto: vol.at/rauch
Der Pflegebereich kann für Schwangere ein gefährliches Pflaster sein, da es viele Infektionsmöglichkeiten gibt. Foto: vol.at/rauch

Nach Beschwerden wurden Maßnahmen in den Krankenhäusern durchforstet.

feldkirch. (VN-mm) Beschwerden haben dazu geführt, dass die Maßnahmen im Bereich des betrieblichen Mutterschutzes durchforstet werden. Wie die Leiterin des Arbeitsinspektorats in Bregenz, Sabine Krenn, auf VN-Anfrage erklärte, geht es um die Ermittlung potenzieller Gefahren für werdende Mütter, die im Krankenhaus arbeiten, etwa durch Infektionen. „Arbeiten an Patienten sind schwierig“, nennt Krenn ein Beispiel. Speziell für Krankenhäuser bedeutet das eine Herausforderung, weil es den Dienstpostenplan überstrapazieren kann, da zusätzlich Personal benötigt wird, sollten Beschäftigte vorzeitig freigestellt oder in andere Tätigkeitsbereiche versetzt werden müssen, wenn sich keine anderen Einsatzmöglichkeiten finden. Laut Markus Schuler, Leiter des Personalmanagements in der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), handle es sich jedoch um Einzelfälle. In der Regel könnten Schwangere dort untergebracht werden, wo keine Infektionsgefahr vorherrsche.

Mehr als ein Papiertiger

Seit dem vergangenen Jahr ist eine Arbeitsmedizinerin damit beschäftigt, den Mutterschutz in den Spitälern auf neue Beine zu stellen. Laut Sabine Krenn sind diese Arbeiten schon weit gediehen, wobei es in erster Linie um die Arbeitsplätze in der Pflege geht. Aber auch in der Kleinkindbetreuung der LKH-Betriebskindergärten gelten verschärfte Bestimmungen. „Kleinkinder können ebenfalls eine Gefährdung für Schwangere darstellen“, begründet Krenn, die sich wünscht, dass die neue Mutterschutzevaluierung kein Papiertiger bleibt, sondern gelebt wird. Während in Deutschland jedoch die Gynäkologen der Frau quasi ein Berufsverbot erteilen können, ist in Österreich der Arbeitgeber gefragt. „Er muss die Frau freistellen oder für Schutzmaßnahmen sorgen“, erläutert Krenn. Jeder Fall werde aber individuell zwischen Arbeitsmedizinerin und Arbeitgeber abgeklärt.

In den Landeskrankenhäusern gab es mit Stichtag 31. Dezember 2016 insgesamt 252 karenzierte Mitarbeiterinnen. „Wir haben im Durchschnitt um die 240 karenzierte Bedienstete“ sagt Markus Schuler. Es komme vor, dass Mitarbeiterinnen vor der Mutterschutzfrist freigestellt werden müssen, wenn eine andere Beschäftigung für sie nicht möglich sei. Doch allzu oft sei das nicht der Fall, sodass auch der Dienstpostenplan dadurch meist nur kurzfristig belastet werde. „Wir haben die Sache in allen Landeskrankenhäusern gut organisiert und im Griff“, bekräftigt Schuler.

Genaue Überprüfung

Die neu aufgestellte Mutterschutzevaluierung verlangt, dass alle Frauenarbeitsplätze von den Arbeitgebern dahingehend überprüft werden müssen, ob an diesen Arbeitsplätzen Gefahren für die Schwangere oder die stillende Mutter bestehen, wenn sie weiterhin dort arbeitet. Ist das der Fall, sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese Maßnahmen müssen in der Mutterschutzevaluierung dokumentiert werden. Dabei geht es um Belastungen und deren Auswirkungen auf die Frau. Solche Belastungen können schweres Heben, extreme Hitze und Kälte oder Arbeitsstoffe sein, bei denen eine Schädigung der Mutter oder des Kindes nicht ausgeschlossen werden kann. Gibt es im Betrieb keinen geeigneten Arbeitsplatz, darf die werdende oder stillende Mutter nicht beschäftigt werden, die Entlohnung trägt aber weiter der Arbeitgeber.