Keine Messe ohne ihn

05.04.2017 • 18:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit mittlerweile 16 Jahren sorgt Harald Tergl für zufriedene Aussteller und Messebesucher in Dornbirn.   Foto: Paulitsch
Seit mittlerweile 16 Jahren sorgt Harald Tergl für zufriedene Aussteller und Messebesucher in Dornbirn.  Foto: Paulitsch

Harald Tergl sorgt seit 16 Jahren für den reibungslosen Ablauf der Messen in Dornbirn.

Röthis. (VN-jen) An seinen ersten Tag bei der Spedition DB Schenker kann sich der gebürtige Bregenzer Harald Tergl noch genau erinnern. „Ich saß als 16-Jähriger in einem Zollamt vor einer Schreibmaschine. Ich dachte damals, dass ich dort bis zur Pensionierung bleibe“, sagt der heute 51-Jährige und lacht. Den Schreibtisch im Zollamt hat er mittlerweile gegen ein eigenes Büro eingetauscht. Seit 23 Jahren leitet Tergl bei Schenker die Abteilung „Fairs & Exhibitions“, die für die Betreuung von Messen zuständig ist.

Lkw-Fahrer als Traumberuf

Spediteur war ursprünglich nicht Tergls Traumberuf. Als Kind wollte er Lkw-Fahrer werden. „Als kleiner Junge stand ich oft stundenlang auf der Autobahnbrücke in Hörbranz und beobachtete vorbeifahrende Lkw. Ich konnte jedes Modell am Motorgeräusch erkennen“, erzählt er. Da sein Vater strikt gegen den Beruf des Lkw-Fahrers war, besuchte er nach der Hauptschule die Handelsschule (HAS) in Bregenz.

Nach dem HAS-Abschluss wollte Tergl eine Lehre als Speditionskaufmann bei Schenker beginnen. Der Lehrantrag wurde aber seitens des Bundesministeriums für Bildung und Kunst abgelehnt, weil er bereits in der Handelsschule eine kaufmännische Ausbildung absolviert hatte. Der 16-Jährige ließ sich von dieser Absage nicht beirren und telefonierte so oft mit den zuständigen Stellen, bis der Lehrantrag bewilligt wurde und er die Spediteursberufsschule in der Steiermark besuchen durfte. Somit war Harald Tergl der erste Österreicher, der zwei Lehren in der gleichen Berufssparte abschloss.

1100 Messen jährlich

2001 verantwortete er zum ersten Mal die Logistik einer Herbstmesse in Dornbirn. „Ich war zu jener Zeit noch als Staplerfahrer unterwegs“, erinnert er sich. Durch die veränderten beruflichen Anforderungen ist er aber inzwischen nicht mehr persönlich auf Messen zu finden. „Für die Betreuung der Aussteller vor Ort haben wir jetzt eigens qualifiziertes Personal.“

Seine Berufswahl hat der Vorarlberger nie bereut, ganz im Gegenteil: Auch nach 35 Jahren ist er immer noch mit Leib und Seele Spediteur. Bis zu 1100 Messen rund um den Globus werden jährlich unter seiner Leitung abgewickelt. „Wenn man diesen Beruf gut ausüben will, muss man viel Herzblut investieren“, sagt er. „Ich könnte es nie mit meinem Gewissen vereinbaren, wenn Aussteller aufgrund schlechter Arbeit Einbußen hinnehmen müssten.“

Bis zur Pensionierung hat Harald Tergl noch etwa zwölf Jahre. „Am Anfang meiner Karriere ist mir die Zeit bis zum Ruhestand wie eine Ewigkeit vorgekommen, aber in Wirklichkeit vergeht sie wie im Flug.“

Um diesen Beruf gut auszuüben, muss man Herzblut investieren.

Harald Tergl

Zur Person

Harald Tergl

Geboren: 1. Februar 1966 in Bregenz

Ausbildung: HAS Bregenz, Lehre als Speditionskaufmann

Hobbys: FC Bayern München, Unterwasserfotografie, Tauchen

Urlaubsziele: Malediven, Australien