Raser mit zwei Promille im Blut beinahe von Polizist erschossen

Vorarlberg / 05.04.2017 • 21:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Diese Reaktion des Lenkers machte einen Beamten äußerst nervös.
Diese Reaktion des Lenkers machte einen Beamten äußerst nervös.

Betrunkener flüchtete mit geklauten Kennzeichen und hatte zudem eine Waffe bei sich.

Dornbirn. 15 Eintragungen zieren das Strafregister des 32-jährigen Unterländers. Vier Vorstrafen davon sind einschlägig: Vergehen nach dem Waffengesetz. Der Mann konnte es einfach nicht lassen, ein Schießeisen mitzuführen. So auch im November des Vorjahrs. Damals hatte er eine für ihn strengstens verbotene Schreckschusspistole in seiner Jacke verstaut.

Kelle ignoriert

Es muss eine Nacht gewesen sein, in der die kriminelle Energie in allen Facetten in ihm aufblühte. Der 32-Jährige stahl Kennzeichen von einem fremden Pkw und montierte sie am eigenen Vehikel, das zudem nicht für den Verkehr zugelassen war. Mit zwei Promille im Blut ignorierte er die Kelle der Polizei und lieferte den Beamten dann eine wilde Verfolgungsjagd quer durch die Stadt. Als der Raser schließlich aufgehalten wurde, wäre das für ihn ums Haar ins Auge gegangen. Er zog seine Schreckschusspistole aus der Jacke. Ein Polizist hätte daraufhin beinahe seine Dienstwaffe abgedrückt. Doch der Fluchtlenker hatte noch Glück.

„Ein Segen“

Als Beschuldigter am Bezirksgericht Dornbirn versucht er das Geschehen zu relativieren: „Ich wollte die Schreckschusspistole dem Polizisten nur aushändigen.“ Doch Richter Frank Plasinger entgegnet: „Es war ein Segen für Sie, dass der Beamte Ihre Reaktion nicht falsch verstanden hat. Und auch, dass Sie mit zwei Promille keinen Unfall gebaut haben, denn dann würden Sie sitzen, aber für länger.“ Der Beschuldigte antwortet kleinlaut: „Sicher, sicher …“. Dieselbe Antwort hat er auch auf die Frage parat, ob er sich für schuldig bekenne: „Ja sicher. Kennzeichen klauen, das tut man nicht, sicher.“

Nun hat der Angeklagte auch noch eine bedingte Haftstrafe aus früheren Vergehen offen. Ob er wolle, dass diese widerrufen wird, fragt Plasinger. „Sicher nicht“, so die logische Antwort des Angesprochenen.

Der Mann wird schließlich wegen Vergehens nach dem Waffengesetz und der Urkundenunterdrückung (wegen der Kennzeichen) schuldig gesprochen. 800 Euro Strafe in 200 Tagessätzen. Damit ist der 32-Jährige einverstanden.

Ganz offensichtlich hatte er mit einem härteren Urteil gerechnet. So bemerkt er noch sichtlich erleichtert: „Da gibt es nichts mehr zu überlegen, sicher nicht!“