„Ich lasse mich doch nicht von solchen Nasenbohrern vermöbeln“

06.04.2017 • 20:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Junge Männer provozierten in rauschiger Silvesternacht definitiv den Falschen.

Dornbirn. Der stämmige 31-jährige Vorarlberger legt Richter Frank Plasinger zu Verhandlungsbeginn seine schriftliche Vorladung auf das Pult. „Bruchscht des?“

„Ich betonier´ dir eine“

Dann erläutert der Richter die Vorwürfe. Der Beschuldigte soll einem jungen Mann in der Silvesternacht Faustschläge verpasst, das Nasenbein zertrümmert und in den Finger gebissen haben. Ob er sich dazu schuldig bekenne. Mitnichten. „Das ist lächerlich, was soll das, zum Kuckuck!“, wehrt der Angesprochene ab. Um dann impulsiv mit einem ganzen Reigen von Protesten gegen die Anschuldigungen loszudonnern: „Da brettert der Typ plötzlich vor mein Auto, sodass ich es kaum derbremst habe und hämmert mir dann auch noch auf die Motorhaube. Ist das etwa cool? Ist das vielleicht lässig!? Da sagte ich zu ihm: Ich betonier‘ dir gleich eine!“

Er habe sich dann gleich mit zwei jungen Burschen anlegen müssen. Der eine sei groß gewesen, der andere ein „abgezwickter Zwerg“.

„Den Großen habe ich mir dann geschnappt und auf den Boden gedrückt. Den Zwerg hielt ich mit der anderen Hand fest, ich lag irgendwie zwischendrin“, schildert der 31-Jährige weiter. Aber mit der Faust habe er nie zugeschlagen. „Warum sollte ich denen noch eine zünden? Die waren so was von stockbesoffen, dass sie ohnehin nicht mehr stehen konnten. Aber ich lasse mich doch nicht von solchen Nasenbohrern vermöbeln“, fährt er fort.

Ins Spital befördert

Sein angebliches Opfer gibt als Zeuge immerhin zu, den Mann damals provoziert zu haben. „Ja, ich habe blöd getan – und dafür Prügel bekommen. Er schlug mir mit der Faust ins Gesicht. Sicher so um die 15 bis 20 Mal. Irgendwie bin ich dann mit meiner Hand in sein Maul geraten. Da biss er zu. Im Spital mussten sie mir anschließend einen Finger aufschneiden.“ Die Schmerzen hätten wochenlang angehalten. Auch beim gebrochenen Nasenbein.

Schuldspruch

Der Drittbeteiligte, der damals relativ ungeschoren davongekommen war, bestätigt die Schläge. Richter Plasinger glaubt den Zeugen und verurteilt den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 15 Euro, die Hälfte davon bedingt. Der Verurteilte reagiert entsetzt: „Was, 900 Euro soll ich zahlen für den Nasenbohrer? Und wer bezahlt mir die Kratzer auf der Motorhaube?“ Er nimmt Bedenkzeit.

Die waren so was von stockbesoffen, dass sie ohnehin nicht mehr stehen konnten.

Der Angeklagte