In Bludenz geht einmal mehr der Feuerteufel um

09.04.2017 • 20:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Sonntag brannte es in der Raiffeisenstraße. Foto: Polizei
Am Sonntag brannte es in der Raiffeisenstraße. Foto: Polizei

Unheimliche Serie von Brandstiftungen in der Alpenstadt setzte sich am Wochenende fort.

Bludenz. Der erste Feueralarm wurde am Samstag gegen 10 Uhr gegeben: Auf dem Spielplatzgelände des Kindergartens Igel stand ein Holzspielhaus in Flammen. Irgendjemand hatte dort gelagerte Kartonagen angezündet. Das Feuer breitete sich anschließend auf das ganze Holzhaus aus und musste von der Feuerwehr Bludenz gelöscht werden. Da der Kindergarten geschlossen war, wurden keine Personen in Mitleidenschaft gezogen.

Aber auch am Sonntagmorgen war der Feuerwehr der Alpenstadt keine Ruhe gegönnt, wie Kommandant Jürgen Pösel den VN schildert: „Gegen 8.30 Uhr wurden wir zum nächsten Brand gerufen. Im Mülllagerraum an einem Wohnblock am Grete-Gulbransson-Weg/Raiffeisenstraße war ein Feuer ausgebrochen. Nach unserem Eintreffen stand die Müllstation in Flammen, und diese drohten auf die angrenzenden Balkone und die Fassade des Wohnblocks überzugreifen.“

Die Hausbewohner und Nachbarn hätten zunächst mit mehreren Feuerlöschern selbst versucht, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, schilderte Pösel die dramatischen Minuten nach dem Brandausbruch weiter. „Wir konnten das Feuer anschließend mit Atemschutz und Drehleiter rasch löschen, die angrenzenden Wohnungen kontrollieren und die Fassade mit einer Wärmebildkamera untersuchen. Glücklicherweise wurde auch hier niemand verletzt“, sagt der Kommandant und erinnert sich, dass es in der Silvesternacht 2015/16 an derselben Stelle schon einmal gebrannt habe.

Wie berichtet, wird Bludenz seit dem 14. Februar 2017 von einer unheimlichen Brandserie heimgesucht. Insgesamt neun Mal ist in der Innenstadt bei abgelagertem Müll Feuer gelegt worden, ehe am Sonntag, dem 19. März, eine Frau auf frischer Tat ertappt wurde, wie sie in der Unterfeldstraße einen Altpapiercontainer in Brand setzen wollte.

Kein Tatverdacht

Die 29-jährige Bludenzerin gilt seither als dringend tatverdächtig, für die frühere Serie von Brandstiftungen verantwortlich zu sein. Nicht jedoch für die jüngsten Vorfälle in der Raiffeisenstraße und beim Kindergarten Igel, wie der zuständige Chefinspektor und Kriminalreferent Oswald Wachter am Sonntag gegenüber den VN betonte: „Nach unserem derzeitigen Ermittlungsstand hat die Verdächtige mit den Brandstiftungen am Wochenende nichts zu tun.“ Auch die früheren Brandlegungen konnten der 29-Jährigen, die nach wie vor alles abstreitet, noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die Polizeiinspektion Bludenz (Tel. 059 133 8100) ersucht nun Zeugen, die allfällige Wahrnehmungen zu den Bränden am Wochenende (siehe Grafik) gemacht haben, sich mit ihr in Verbindung zu setzen.

Am Sonntag brannte es in der Raiffeisenstraße. Foto: Polizei
Am Sonntag brannte es in der Raiffeisenstraße. Foto: Polizei
Untersuchung der Fassade mit Wärmebildkamera. Foto: meznar
Untersuchung der Fassade mit Wärmebildkamera. Foto: meznar
Beim Kindergarten Igel ging am Samstagvormittag ein Spielhaus in Flammen auf. Foto: Mathis
Beim Kindergarten Igel ging am Samstagvormittag ein Spielhaus in Flammen auf. Foto: Mathis
VN-Bericht vom 22. März 2017
VN-Bericht vom 22. März 2017