Einmal kurz um den Stau herum

10.04.2017 • 17:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier beginnt die Busspur, die nach der Brücke wieder endet. pes
Hier beginnt die Busspur, die nach der Brücke wieder endet. pes

Mini-Busspur in Dornbirn wirkt untypisch, ist aber offenkundig durchdacht.

Dornbirn. (VN-pes) Eine augenscheinlich nur wenige Meter lange Busspur in der Lustenauer Straße in Dornbirn verwundert derzeit manchen Autofahrer. Auch auf Facebook gab es schon höhnische Kommentare ob des kurzen Fahrstreifens, der vor einer Brücke aufmacht und kurz dahinter schon wieder schließt.

Man findet die Busspur, wenn man von der Sägerbrücke kommend in Richtung Messepark fährt, kurz vor der Eisenbahnbrücke. Sie endet einige Meter vor der Ampel, die nach der Brücke kommt. Die Straße ist Teil der Landesstraße 204, zuständig ist also das Land Vorarlberg. Martin Ruff vom Landesstraßenbauamt erklärt auf VN-Nachfrage, warum die Spur durchaus etwas bringt, wie sie funktioniert und dass sie tatsächlich länger ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Bestens geeignet

176 Meter lang ist der Busstreifen, optisch wirkt er eher noch kürzer. Zum Vergleich: Die neu eröffnete Spur auf der L 204 kurz vor Lusten­au ist 400 Meter lang, gut 700 Meter weit dürfen Busse auf der L 190 zwischen Dornbirn-Schwefel und dem Kreisverkehr Dornbirn-Nord den Hauptverkehr überholen. Auch die kurze Busspur bei der Eisenbahnbrücke soll natürlich gewährleisten, das Busse nicht im Stau stehen, sondern um die Blechlawine herumfahren können, um ihren Zeitplan einzuhalten. Und dafür ist sie nach Meinung von Martin Ruff bestens geeignet.

Vor der Planung der Spur hat man den Verkehr stadteinwärts und -auswärts gemessen. „Dabei hat man festgestellt, dass es sich stadtauswärts stärker staut als Richtung Sägerbrücke“, erläutert Ruff. Besonders kurz nach 9 Uhr, um 12 Uhr und 17.30 Uhr stauen sich die Autos im Bereich der Unterführung. „Allerdings nicht sehr weit“, erläutert der Experte, nur etwa bis zu Einfahrt des Lidl-Markts vor der Brücke. Ab dort plante man also eine Busspur ein. „Die Stelle ist auch deswegen sehr gut dafür geeignet, weil im Bereich der Unterführung keine Seitenstraßen oder Einfahrten in die L 204 einmünden“, sagt Ruff.

Einbiegen klappt

Kurz vor der Ampel wird es dann aber eng. Der Bus muss vor der Kreuzung wieder auf die Hauptspur einbiegen, da an der Ampel auch Platz für Gegenverkehr und eine Linksabbiegerspur sein muss. Das ist laut Ruff kein großes Problem. „Die Autos, die an der Ampel stehen und dann grün haben, fahren los. Alle, die neben dem Bus stehen, müssen ihm per Gesetz den Vorrang lassen“, erklärt er. Aus dem stehenden Verkehr heraus sei das ungefährlich. Herrscht kein Stau, bleibt der Bus auf der Hauptspur.