Hard greift aus dem Käfig an

10.04.2017 • 17:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
TC-Hard-Obmann Markus Köberle (l.) setzt große Stücke auf den Padel-Sport. Foto: VN/Paulitsch
TC-Hard-Obmann Markus Köberle (l.) setzt große Stücke auf den Padel-Sport. Foto: VN/Paulitsch

Der Tennisclub Hard eröffnet die ersten Padel-Plätze in Vorarlberg.

Hard. (VN-ger) Tennisprofi David Ferrer soll in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne Padel spielen. Sein Bruder Javier betreibt in Jávea bei Alicante nicht nur eine Tennis-, sondern auch eine Padelschule. Eben dort ist auch Emanuel Salvato unlängst auf den Geschmack gekommen. „Ich war von Anbeginn begeistert. Padel hat so viel Spielwitz und macht einfach irre Spaß“, ist der Höchster seit seinem Urlaub Feuer und Flamme für den Rückschlag­sport.

In Spanien und zahlreichen südamerikanischen Ländern genießt Padel bereits Volkssport-Charakter. Bei der „World Padel Tour“ (WPT) waren im Vorjahr 700 Spieler aus 21 Ländern und vier Kontinenten am Start. Weltweit schwingen Schätzungen zufolge gut zehn Millionen Menschen den speziellen Schläger. Vor wenigen Tagen ist der „coole Bruder“ von Tennis auch am Bodensee gelandet. Der TC Hard hat knapp 125.000 Euro in den Bau der ersten beiden Padel-Tennisplätze in Vorarlberg investiert.

Gastspiel

Noch haben die knapp 350 Mitglieder auf dem mit Sand verfüllten Kunstrasen Vorrang, das soll sich jedoch in Kürze ändern. „Es wird die Möglichkeit geben zu bestimmten Zeiten – ab 21 Uhr und voraussichtlich am Sonntag – als Gast zu spielen. Das Ziel ist aber eindeutig in Richtung Jahresbeitrag bzw. Mitgliedschaft zu gehen. Wir haben das Modell so gewählt, dass wir anderen Vereinen nicht unbedingt schaden“, erläutert Obmann Markus Köberle.

Tennis trifft Squash

Padel (auch Pádel oder Paddle genannt, der Name leitet sich von der Ähnlichkeit des Schlägers zu Kanu-Paddeln ab) ist eine Mischung aus Tennis und Squash und wird traditionell im Doppel gespielt. Das Spielfeld (20 mal 10 Meter) ist ähnlich wie beim Squash von Plexiglas- und Gitterwänden umgeben. Gezählt wird wie beim Tennis, auch die übrigen Regeln sind vergleichbar. Wobei der Aufschlag von unten erfolgen muss und der Ball, nachdem er im eigenen Feld den Boden berührt hat, auch noch gegen die Seitenbegrenzung prallen darf. Die Bälle sehen aus wie Tennisbälle, sind allerdings ein bisschen weicher. Der Schläger hat keine Bespannung, dafür unterschiedlich große Löcher in der elastischen Kunststoff-Schlagfläche. „Es ist viel einfacher zu erlernen als Tennis und es kommt sehr schnell ein Spiel zustande“, bringt Köberle die Unterschiede auf den Punkt. Und: Die Plätze können außer bei Schnee und Frost das ganze Jahr über und dank Flutlicht bis spät in den Abend bespielt werden.

Einer der Ersten, die den Jahresbeitrag in der Höhe von 165 Euro auf das Konto des TC Hard überwiesen haben war Emanuel Salvato. Wer 60 Euro zusätzlich bezahlt, kann dem Padel und dem Tennis frönen. Begehrt sind die Plätze offenbar auch bei der Firma Head. Der Kennelbacher Sportartikelhersteller und Ball-Lieferant der WPT hat auf der neuen Anlage bereits einen Imagefilm gedreht. Außerdem könnten laut Köberle die Head-Profispieler zwecks Materialtests künftig des Öfteren in Hard anzutreffen sein.

Intensivkurs

Groß aufspielen will der TC Hard nicht zuletzt bei der offiziellen Eröffnung am 6. Mai, wenn Christoph Krenn, Nummer drei in Österreich, und Mauri Andrini, Nummer eins im Vereinten Königreich, den Zuschauern einige spielerische Leckerbissen servieren werden. In weiterer Folge sind alle zwei Wochen sogenannte „Let‘s play Padel!“-Workshops geplant. „Wir hoffen, dass sich daraus eine Community entwickelt“, sagt Markus Köberle. Der einwöchige Intensivkurs bei Javier Ferrer in Spanien ist für den Harder Trainer jedenfalls schon gebucht. 

Padel hat so viel Spielwitz und macht einfach irre Spaß.

Emanuel Salvato

Offizielle Eröffnungsfeier der Padel-Plätze: Samstag, 6. Mai 2017, ab 13 Uhr, TC Hard