Mit Spaß an der Politik

11.04.2017 • 16:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Es ist einfach eine gute Erfahrung“, sagt Alina Fraga Silva über das Europäische Jugendparlament. Foto: VN/Paulitsch
„Es ist einfach eine gute Erfahrung“, sagt Alina Fraga Silva über das Europäische Jugendparlament. Foto: VN/Paulitsch

Alina Fraga Silva aus Höchst ist auf dem EYP-Parkett keine Unbekannte.

Höchst. (VN-ger) Die aktuelle Europapolitik analysieren, Positionen diskutieren, Lösungsansätze finden, Resolutionen verfassen, mit Kritik umgehen, Überzeugungen verteidigen: Das European Youth Parliament (Europäisches Jugendparlament, kurz: EYP) veranstaltet jährlich über 500 simulierte Sitzungen des Europäischen Parlaments und bringt dabei rund 35.000 Jugendliche in insgesamt 40 Ländern zusammen.

Was auf dem EYP-Parkett los ist, weiß auch Alina Fraga Silva (18) aus Höchst. Die Schülerin des BG Lustenau hatte heuer schon zwei Mal die Gelegenheit, in die Rolle einer Abgeordneten zu schlüpfen. „Mein Lehrer Florian Bassa hat mich gefragt, ob ich in Salzburg an einer regionalen Sitzung teilnehmen möchte. Dort gibt es auch immer eine Jury im Hintergrund, die das Geschehen beobachtet. Zwei Wochen später habe ich eine E-Mail mit einer Einladung bekommen“, erzählt die Achtklässlerin. Ende März reiste Alina sodann nach Polen, um Österreich bei einer EYP-Konferenz in Rzeszów zu vertreten.

Generalversammlung

Bei den Treffen des Jugendparlaments steht zunächst Teamaufbautraining auf dem
Programm, ehe sich die 16- bis 25-Jährigen am zweiten Tag in unterschiedliche Ausschüsse aufteilen und sich – in englischer Sprache versteht sich – mit aktuellen Problemstellungen auseinandersetzen. Am Ende verfasst jeder Ausschuss eine Resolution, die tags darauf in der Generalversammlung in einer Rede vorgetragen, attackiert, diskutiert und verteidigt wird. „Es ist interessant, sich auch mit emotionalen Themen wie dem Menschenhandel faktenbasiert zu beschäftigen und Lösungen zu erarbeiten“, erläutert die 18-Jährige.

Das mag alles bierernst klingen, ist es aber nicht, versichert die junge Höchsterin mit spanischen Wurzeln: „Zwischendurch macht man Auflockerungen und singt beispielsweise Kinderlieder. Es geht auch darum, neue Leute kennenzulernen. Das ganze Rundherum macht einfach Spaß.“

Ob Alina Fraga Silva auch beruflich den Weg in Richtung Politik einschlagen möchte? „Ich habe schon ein bisschen ein Problem mit öffentlichem Reden. Darum möchte ich auch nicht selbst Politikerin werden. Eventuell gehe ich in die Politik als Beraterin. Aber ich lasse das jetzt mal auf mich zukommen“, meint sie. Bis dahin ist die Politikwissenschaft, die sie ab Herbst in Wien studieren möchte, ihre erste Wahl.

Es geht auch darum, neue Leute kennenzulernen.

Alina Fraga Silva

Zur Person

Alina Fraga Silva

wurde ausgewählt, Österreich als Delegierte bei einer Konferenz des European Youth Parliament (EYP) zu vertreten.

Geboren: 27. März 1999

Wohnort: Höchst

Ausbildung: VS Höchst Kirchdorf, BG Lustenau

Familie: ein Zwillingsbruder

Hobbys: Zeit mit Freunden verbringen, Musik („Ich finde eigentlich in jedem Genre etwas, das mit gefällt, außer vielleicht bei Schlagern.“)