Plagegeist macht sich im Land breit

11.04.2017 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Asiatische Buschmücke hat sich in Vorarlberg stark ausgebreitet. Sie kommt mit dem Klima gut klar. Foto: dpa
Die Asiatische Buschmücke hat sich in Vorarlberg stark ausgebreitet. Sie kommt mit dem Klima gut klar. Foto: dpa

Die Asiatische Buschmücke hat das Alpenland für sich erobert.

Schwarzach. Es war im April 2015, als Biologen in einem Wasserbehälter in Hohenweiler erstmals im Land Larven der Asiatischen Buschmücke entdeckten. Mittlerweile ist klar: Das Insekt, das potenziell auch Krankheiten wie das West-Nil-Fieber übertragen kann, ist hierzulande heimisch geworden. Das belegen Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), auch inatura-Experte Klaus Zimmermann stimmt dem zu.

Genaue Daten zu erheben, ist gar nicht so leicht, erklärt Klaus Zimmermann. Denn schon zur Bestimmung der Mücke braucht es einen Experten. Die Asiatische Buschmücke ähnelt nämlich einer heimischen Waldmückenart. Sicher ist aber, dass der summende Neuankömmling nerven kann. „Sie ist eine relativ lästige Mücke, die aggressiv auch am Tag sticht.“ Diese Aggressivität helfe ihr, sich erfolgreich fortzupflanzen.

Keine Tropenmücke

Der Biologe räumt mit einem Missverständnis auf: „Sie ist eigentlich keine Tropenmücke. In Asien kommt sie in ähnlichen Klimagebieten vor wie bei uns“, erläuert er, warum sich das Insekt auch im Alpenland wohlfühlt. Die Asiatische Buschmücke sei stark inversiv, „aus der Nord-Ost-Schweiz gibt es die Meldung, dass sie schon die häufigste Mückenart sei“, erklärt er.

Eine Publikation von 2015, die die AGES den VN zur Verfügung stellte, dokumentiert die Funde von Exemplaren und zeichnet den Weg nach, den das Insekt bei seiner Verbreitung nahm. 2008 wurde sie erstmals in der Schweiz entdeckt, danach wurde sie auch in Vorarlberg, Tirol und Kärnten nachgewiesen. „Sie hat sich in sieben Jahren ungefähr 100 Kilometer weit ostwärts verbreitet“, heißt es dort. Die Experten empfehlen, ihre Entwicklung zu beobachten, gerade weil sie auch als potenzieller Überträger gefährlicher Krankheiten gilt.

„Ein Grund zur Panik ist nicht gegeben“, beruhigt Zimmermann, „trotzdem ist es wichtig, dass man vorbereitet ist, Wissen über die Mücken sammelt und sie im Auge behält.“

Tigermücke friert

Schwerer tut sich ein weiterer Moskito, der in wärmeren Gegenden Deutschlands schon zum stechenden Problem wurde: Die Tigermücke, ebenfalls potenzieller Überträger von Tropenkrankheiten. Sie wurde bislang im Burgenland und in Tirol entdeckt, hat sich aber nicht durchgesetzt. „Sie ist derzeit noch an ein warmes Klima gebunden“, erläutert Zimmermann. Das bestätigt ein Bericht der AGES. Darin heißt es: „Eine Etablierung wurde bislang nicht festgestellt.“

Die Asiatische Buschmücke sticht auch am Tag aggressiv.

Klaus Zimmermann