Torggel-Abriss: In Röthis gehen die Wogen hoch

12.04.2017 • 16:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bürgerinitiative kämpft weiter um den Erhalt des Röthner Torggels. Foto: VN/Hartinger
Die Bürgerinitiative kämpft weiter um den Erhalt des Röthner Torggels. Foto: VN/Hartinger

Initiative erhebt schwere Vorwürfe und fordert, dass Pläne zurückgezogen werden.

Röthis. (VN-doh) Der drohende Abriss des Röthner Torggels erhitzt weiter die Gemüter, denn die Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des historischen Gebäudes im Röthner Ortskern einsetzt, hat sich nun mit einem offenen Brief an Bürgermeister Roman Kopf und Eigentümer Roman Rauch gewandt. Zuvor hatten sie dem Bürgermeister bereits über 400 Unterstützungserklärungen für den Erhalt des Torggels übergeben.

Zur Vorgeschichte: Das Bundesdenkmalamt hat das Gebäude nicht als schützenswert eingestuft. Ende März präsentierte der Architekt Carlo Baumschlager das Nachfolgeprojekt: Zwei Baukörper mit drei Etagen. „Eine neue Architektur kann nur annähernd dahin kommen, was dieses Haus hier leistet“, betonte Norbert Häfele, als Sprecher der Initiative. Und seit der Präsentation der Neubaupläne sieht man sich bestätigt.

Befangenheit vorgeworfen

Die Initiative wirft dem Bürgermeister vor, dass er als Baubehörde „gar nicht mehr unabhängig und frei“ entscheiden könne, da er am Wettbewerb als Jurymitglied beteiligt gewesen sei. Auch Prisma-Geschäftsführer Egon Hajek sei befangen, da er das Projekt präsentiert habe. Hajek nahm als Ersatzmitglied an der Sitzung teil. Wie in Röthis üblich, haben die Ersatzmitglieder ein Diskussions-, jedoch kein Stimmrecht, stellt Kopf auf Anfrage klar. Massive Vorwürfe gibt es auch gegen die Informationspolitik des Bürgermeisters. Bewusst seien weder die Gemeindevertretung noch die Öffentlichkeit informiert worden, dass sich der Gestaltungsbeirat der Gemeinde gegen die Pläne ausgesprochen habe. Kopf bezeichnet die Vorwürfe als haltlos, denn der Gestaltungsbeirat habe bislang noch keine Projekteinreichung beurteilt. Vor der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs habe es Anmerkungen gegeben. Kopf räumt ein, dass der Gestaltungsbeirat angeregt habe, der östliche Gebäudetrakt sollte erhalten werden. Eine Empfehlung des Beirats zum Wohnbauprojekt gebe es aber noch nicht. Er will sich jedoch weiter um eine bestmögliche Lösung für Röthis einsetzen. In der kommenden Woche werde es ein Treffen mit dem Eigentümer geben, bei dem die weitere Vorgehensweise thematisiert werden soll. Für die Bürgerinitiative ist diese aber klar: Sie fordern Eigentümer Rauch auf, das Projekt zurückzuziehen.