Ach, du einfach einzigartiges Ei!

13.04.2017 • 17:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sieht ein zwei Jahre altes Karfreitagsei im Inneren aus.
So sieht ein zwei Jahre altes Karfreitagsei im Inneren aus.

Am Karfreitag liegt Zauber im Hühnerstall, auf dem Dielenhof ist das nicht anders.

Hard. (VN-ger) Sie sehen aus wie Eier, fühlen sich an wie Eier, riechen wie Eier, schmecken wie Eier – und trotzdem: Irgendetwas ist offenbar anders als sonst. „Ich höre dauernd Geschichten, die total schön sind“, sagt Barbara Kucher von der Hühnerfarm Dielenhof in Hard. In besonderer Erinnerung ist ihr jene von einer älteren Dame geblieben, die nach einem Unfall nicht mehr aufstehen wollte. „Ihre Kinder haben ihr daraufhin ein Karfreitagsei unters Bett gelegt und plötzlich hat die Frau wieder Motivation bekommen“, erzählt die Harderin.

235 Eier pro Jahr

Laut AMA (Agrarmarkt Austria) verspeist jeder Österreicher im Schnitt 235 Eier pro Jahr. Die Hälfte davon wird in privaten Haushalten verarbeitet, die andere in der Lebensmittelindustrie und Gastronomie.

Auch die Bilanz der Vorarlberger Hühner kann sich mit einer jährlichen Legeleistung von 36 Millionen Eiern sehen lassen. „Das entspricht einer Grundversorgung von knapp 45 Prozent“, rechnet Gebhard Flatz, Geschäftsführer im Sennhof in Rankweil und Obmann der Vorarlberger Geflügelzüchter, vor. „Um für die Osterzeit genügend Eier zu haben, beginnen wir rund drei Wochen vorher mit der Lagerung. Positiver Nebeneffekt ist, dass sich die Eier dann auch besser schälen lassen.“

Die 3400 Hühner auf dem Dielenhof produzieren täglich bis zu 3000 Ländle-Eier. Kurz vor Ostern steigt die Nachfrage rapide an. „Vor etwa einem Monat haben wir die ersten Eier färben lassen. Insgesamt waren es heuer an die 15.000“, berichtet Barbara Kucher, die den Hühnerhof 2012 gemeinsam mit ihrem Freund Horst Moosmann übernommen hat.

Einmal pro Jahr werden über das Laufband ganz besondere Eier aus den Nestern befördert, die legendären Karfreitagseier. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Haus und Hof vor Naturgewalten oder Einbrüchen schützen, Muren und Lawinen abhalten, Autounfälle verhindern, bei Krankheiten oder Schlafstörungen helfen und für eine gute Ernte sorgen. Und: Die Eier faulen demnach nicht, auch wenn sie ein ganzes Jahr lang zum Beispiel im Handschuhfach aufbewahrt werden. Entsprechend groß ist die Nachfrage. „Viele Kunden haben schon vorbestellt“, berichtet die Dielenhof-Chefin. Die Garantie, dass sich kein Irrläufer unter die magischen Eier mischt, liefert ein spezieller Mechanismus. Wie jeden Tag gehen auch am Gründonnerstag um 17 Uhr die Nester zu und erst am nächsten Tag um 5 Uhr morgens wieder auf.

Ich höre dauernd Geschichten, die total schön sind.

Barbara Kucher
Auf dem Dielenhof von Barbara Kucher und Horst Moosmann leben 3400 Hühner. Der Teich dient dem Federvieh als Reha-Bereich. 
Auf dem Dielenhof von Barbara Kucher und Horst Moosmann leben 3400 Hühner. Der Teich dient dem Federvieh als Reha-Bereich. 
Am Karfreitag können die Dielenhof-Besucher ihre Karfreitagseier selbst per Laufband aus den Nestern befördern. Foto: VN/Paulitsch
Am Karfreitag können die Dielenhof-Besucher ihre Karfreitagseier selbst per Laufband aus den Nestern befördern. Foto: VN/Paulitsch