Auch viele Vorarlberger möchten Arzt werden

13.04.2017 • 17:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Frühjahr war der Vizerektor der MedUni Innsbruck, Peter Loidl, in Vorarlbergs Schulen auf Werbetour. Foto: vn/hartinger
Im Frühjahr war der Vizerektor der MedUni Innsbruck, Peter Loidl, in Vorarlbergs Schulen auf Werbetour. Foto: vn/hartinger

Anmeldungen für Aufnahmeverfahren im Juli sind gegenüber 2016 konstant geblieben.

schwarzach. (VN-mm) Beim Medizinstudium geht es bekanntermaßen knapp her, ganz im Gegensatz zur Zahl der Bewerber. In diesem Jahr rittern fast 16.000 Interessenten um gerade einmal 1620 Studienplätze. Mittendrin sind auch 247 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger, die sich am 7. Juli dem Aufnahmetest stellen werden. Die Zahl der potenziellen Kandidaten aus dem westlichsten Bundesland ist damit gleich geblieben. Auch 2016 traten 247 Personen an, doch nur 34 von ihnen schafften den Sprung an eine der vier Medizinischen Universitäten.

Freude über großes Interesse

Für Gesundheitslandesrat Christian Bernhard zählt das nach wie vor ungebrochene Interesse am Arztberuf. „Es ist toll, dass sich so viele junge Menschen dafür interessieren“, meint er. Weniger zufrieden stimmt ihn ein Brief von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, in dem dieser die von allen Landesgesundheitsreferenten geäußerte Kritik am Aufnahmeverfahren zurückweist. Es sei zu technisch, die sozialen Kompetenzen würden zu wenig berücksichtigt, lautet der Einwand. Mitterlehner ließ nun ausrichten, der ursprüngliche Test sei sehr wohl angepasst worden. Zudem würde er von der Uni Linz laufend evaluiert und weiterentwickelt. Auch der befürchtete Engpass bei Medizinern ist für Mitterlehner „nicht nachvollziehbar“, liege Österreich bei den Absolventen doch im EU-Spitzenfeld. Bernhard kann bei beiden Argumenten nicht mit. „Wir nehmen sie zur Kenntnis, werden die Entwicklung jedoch genau beobachten“, kündigt er an.

Medizin wird weiblich

Den Vorarlbergern am nächsten liegt nach wie vor die MedUni Innsbruck (400 Plätze). Dort kommen von 1341 Kandidaten, die sich für den Studiengang Humanmedizin angemeldet haben, 148 aus Vorarlberg. Für die Zahnmedizin haben sich sieben Vorarlberger entschieden. In beiden Disziplinen sind die Frauen deutlich in der Überzahl. In die Humanmedizin wollen 95, in die Zahnmedizin fünf. Der Trend zu Frauen im Arztberuf zieht sich durch die gesamte Österreichquote. Auf die MedUni Innsbruck bezogen heißt das, von den 1341 Bewerbern sind 796 Frauen. Die MedUni Wien (740 Plätze) erhielt Bewerbungspost von 96 Vorarlbergern. 87 haben die Humanmedizin, neun die Zahnmedizin im Blick.

Zum Geschlechtervergleich: In der Humanmedizin gibt es 53 Bewerberinnen, in der Zahnmedizin halten sich Frauen und Männer mit 5:4 fast die Waage. Für den Aufnahmetest an der MedUni Graz (360 Plätze) haben sich sechs Personen mit einer Ländle-Adresse gemeldet. Aus der Medizinischen Fakultät der Johannes-Kepler-Universität in Linz (120 Plätze) verlautete auf VN-Anfrage, dass die Anmeldungen aus den einzelnen Bundesländern nicht kommuniziert werden.

Geförderte Vorbereitung

Um die Chancen der Vorarlberger auf Studienplätze zu erhöhen und die ärztliche Versorgung sicherzustellen, wurden 2010 Vorbereitungskurse und Probetests eingeführt. Die Kosten trägt zur Hälfte das Land. „Das werden wir auch künftig tun“, bekräftigt LR Bernhard.

Wir werden die Entwicklung beim Test genau beobachten.

Christian Bernhard