Planer laden Arlberger ans Reißbrett

13.04.2017 • 17:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gilt als Kernstück der Lecher Ortskernentwicklung: das Postareal in der Tourismusgemeinde.         Foto: Gemeinde
Gilt als Kernstück der Lecher Ortskernentwicklung: das Postareal in der Tourismusgemeinde.         Foto: Gemeinde

Postareal-Architektenwettbewerb in Lech läuft. Ländle-Premiere für „Bürger-Feedback“.

Lech. Was lange währt, wird endlich gut. Das könnte für den Werdegang zur Entwicklung des Postareals in Lech gelten. Immerhin werden bereits seit rund zwei Jahrzehnten Pläne für eine Ortskernentwicklung gewälzt. Vor rund neun Jahren hatte sich die Gemeinde Lech einhellig für die Umsetzung eines Public-Partnership-Modells (PP) ausgesprochen. Die Beschwerde eines inzwischen als Gemeindevertreter tätigen Hoteliers bei der EU brachte die Pläne ins Schleudern. Vor vier Jahren wurde dann jedenfalls ein bereits gestarteter Wettbewerb verworfen.

Mehr als 15 Millionen Euro

Schlussendlich ergriff man im Gemeindeamt Lech selbst die Initiative und trieb die Realisierung des Postareals in Eigenregie voran und versuchte diesmal nach einem Beschluss im Rathaus im Sommer 2016 im Hinblick auf mögliche Beschwerden auf Nummer sicher zu gehen: Das Großprojekt, in dem neben einem Veranstaltungssaal auch Geschäfte Platz finden sollen und dessen Umsetzungskosten mit mehr als 15 Millionen Euro beziffert werden, wurde EU-weit ausgeschrieben. Das Interesse von Planern, dem renommierten Wintersporteldorado ihren architektonischen Stempel aufzudrücken, scheint jedenfalls groß zu sein.

Infoabend am 16. Mai

Unterm Strich wurden nämlich 42 Bewerbungen von Architekten aus Deutschland, Spanien, Italien, der Schweiz, Norwegen sowie Tirol und Vorarlberg eingereicht. Eine hochkarätig besetzte Jury mit Architekt Carlo Baumschlager (61) als Vorsitzendem, hat bereits dreizehn Büros ausgewählt, die derzeit in einem zweiten Schritt ihre Projekte ausarbeiten. In der Folge liegt der Ball bei rund 1100 wahlberechtigten Bürgern mit Hauptwohnsitz in Lech und Zürs. Am Dienstag, dem 16. Mai, sind Interessierte zu einem Informationsabend in die Postgarage eingeladen. Dort werden ihnen die 13 Architektenvorschläge anonymisiert vorgestellt. Anonym heißt, die Projekte werden ohne Namen der jeweiligen Architekten gezeigt. Die Bürger sollen sich so eine Meinung bilden und werden damit quasi ans Reißbrett geladen: Ihre Anregungen werden nämlich den Planern zur Einarbeitung in die Projekte weitergereicht. Anfang Juli dieses Jahres soll dann die Jury einen Wettbewerbssieger küren.

Geplanter Baustart: 2018

Diese Form eines „Bürger-Feedbacks“ bei einem Architektenwettbewerb werde in Westösterreich erstmals durchgeführt, erklärt Ludwig Muxel (61), der Bürgermeister von Lech. Der anonyme Prozess werde im Übrigen von einem Notar begleitet, sagt Muxel und verweist auf das Ziel des Vorhabens: „Das Dorfzentrum muss während des Jahres als lebendiges Dorfzentrum für die Einheimischen genauso gut funktionieren wie in der Saison für die Gäste.“ Was den Baustart anbelangt, so blickt Muxel optimistisch in die nahe Zukunft. „Wenn alles glattläuft, kann 2018 mit der Umsetzung begonnen werden.“

Läuft alles glatt, können wir 2018 mit dem Bau starten.

Ludwig Muxel, Bürgermeister