Böller explodiert in der Hand

14.04.2017 • 20:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Böller vom Typ Black Thunder dürfen nur mit Pyrotechnikausweis verwendet werden.
Böller vom Typ Black Thunder dürfen nur mit Pyrotechnikausweis verwendet werden.

Feuerwerksverkäufer nach Unfall zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch. Ein 38-jähriger Unterländer musste sich am Freitag am Landesgericht Feldkirch wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Er hatte im Dezember 2016 einem Kumpel einen Böller der Marke „Black Thunder“ verkauft.

Der Artikel fällt unter die Klasse F4 des österreichischen Pyrotechnikgesetzes. Das bedeutet, dass der Böller nur von Personen mit Pyrotechnikausweis gezündet werden darf. „Manche Böller dürfen nicht mit Lunte, sondern nur über Fernzündung aktiviert werden“, macht Richterin Nadine Heim deutlich, dass es Gründe gibt, warum das Pyrotechnikgesetz gewisse Voraussetzungen festlegt. 

Da der 44-Jährige allerdings den Verkäufer gut kannte und sich nicht zum ersten Mal mit Feuerwerkszubehör versorgte, nahm es der Verkäufer nicht so genau und händigte seinem Bekannten einige Artikel, unter anderem den besagten Megakracher, aus.

Schwer verletzt

Silvester rückte näher, der Käufer fuhr mitsamt seinem „Black Thunder“ nach Bludenz, um gemeinsam mit Freunden zu feiern. Als die Jahreswende zum Greifen nahe war, feuerte er den ersten pyrotechnischen Gegenstand ab, alles lief gut und normal. Beim zweiten Böller, dem Black Thunder, kam es dann zum folgenschweren Unfall. Der Böller detonierte noch in seiner Hand, das neue Jahr begann für den 44-Jährigen mit einer Notoperation an der Hand. Teile des Daumens, des Mittel- und Zeigefingers mussten amputiert werden.

Zudem erlitt der Mann mehrere Rissquetschwunden im Bereich der Genitalien. Zurzeit kann der Mann seinen Job nicht mehr ausüben. Wie weit die Verletzungen künftig noch Probleme bereiten werden, ist offen. Gespräche mit der Versicherung laufen.

Einsichtig und geständig

Der Angeklagte zeigt sich vom Vorfall betroffen. Der mehrfache Familienvater bedauert sehr, was passiert ist und weiß, dass er seinem Kumpel den Artikel nicht verkaufen hätte dürfen. „Wie und warum es passiert ist, kann ich nicht sagen“, erklärt der Mann. Er weiß, dass die Böller, die ihm der Lieferant brachte, sicher und geprüft waren.

„Ich werde nie mehr irgendwelche pyrotechnischen Dinge an Unbefugte weitergeben“, bereut der Beschuldigte. Der Unbescholtene kommt im Rahmen einer Diversion mit einer Geldbuße von 400 Euro davon. An den Geschädigten wird er 500 Euro Teilschmerzengeld überweisen.

Hinzu kommen noch 50 Euro Pauschalkosten für das Verfahren. Damit ist die Sache, vorausgesetzt die Staatsanwaltschaft ist einverstanden, erledigt und der Mann kommt ohne Vorstrafe aus dem Malheur.