Das Leben Gott gewidmet

14.04.2017 • 16:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schwester Barbara wählte für sich eine Lebensform, in der das Gebet einen großen Stellenwert hat.   Foto: VN/Kuster
Schwester Barbara wählte für sich eine Lebensform, in der das Gebet einen großen Stellenwert hat.   Foto: VN/Kuster

Auferstehung bedeutet für die Äbtissin, dass das Leid nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines Lebens in Fülle.   

Bregenz. (VN-kum) Ostern, das höchste Fest der Christenheit, berührt Schwester Barbara, die Äbtissin der franziskanischen Gemeinschaft „Schwestern der Heiligen Klara“ in Bregenz, jedes Jahr aufs Neue wegen seiner Botschaft: „Vor seinem Tod ringt Jesus mit sich. Er geht nicht mit wehenden Fahnen in den Tod. Er ringt sich durch zu einem Ja und akzeptiert letztlich das, was auf ihn zukommt. Er geht durch den Schmerz und durch das Leid. Dann bricht das neue Leben in der Auferstehung durch. Jesus ist in eine Dimension des Friedens und der Freude vorgestoßen.“ Laut der Äbtissin gibt die Auferstehung uns die Hoffnung, „dass auch wir, wenn wir durch Leiden hindurchgehen, in ein neues Leben hineingehen, in eines der Fülle. Aus den vielen kleinen Toden im Leben wächst etwas Neues.“

Auferstehung bedeute für sie aber auch, „dass wir nach unserem leiblichen Tod ein Weiterleben bei Gott haben“. Schwester Barbara hat ihr Leben Gott gewidmet. Bereits mit 23 Jahren trat sie den Klarissinnen bei, deren Leben vom Gebet bestimmt ist. Dem ging aber ein großes Ringen voraus. „Es lag mir näher, eine Familie zu gründen oder weiterhin als Krankenschwester tätig zu sein.“ Sie mochte ihren Beruf, dennoch spürte sie eine Unruhe und Sehnsucht in sich. „Bei der Arbeit mit schwerkranken Patienten tat sich mir die religiöse Dimension neu auf.“

Als Kind war die Tochter eines Landwirts aus Au überzeugt, dass es Gott gibt. „Meine Eltern vermittelten mir, dass Gott da und mit uns ist. Für mich war es Gewissheit, dass hinter meinen Eltern noch jemand ist.“ Mit 17 stellte sie aber alles Tradierte infrage, Anfang 20 kam sie dann zu der Erkenntnis, dass sie ein Leben haben möchte, in dem das Gebet der Schwerpunkt ist. Es gibt Menschen, die entscheiden sich für ein Leben hinter Mauern, weil sie die Welt satt haben und vor ihr fliehen wollen. Nicht so Schwester Barbara: „Wenn ich aus diesem Grund ins Kloster gegangen wäre, könnte ich hier nicht bestehen. Denn auch im Kloster ist die Welt.“

Ausstrecken nach Gott

Den Eintritt ins Kloster empfand sie wie ein Ankommen. „Jetzt erlebte ich wieder, dass es Gott gibt.“ Sie hat diesen Schritt nie bereut. „Sonst wäre ich nicht mehr da. Ich möchte so unterwegs sein, dass ich mit einem Ja da bin.“ Für sie sei es die richtige Lebensform. „Das Schöne an meinem Leben ist das tägliche Ausstrecken nach Gott. Er kommt mir ja in jedem Menschen entgegen.“

Im Kloster habe ich wieder erlebt, dass es Gott gibt.

Schwester Barbara

Zur Person

Schwester Barbara

leitet seit 2009 die franziskanische Gemeinschaft der „Schwestern der Heiligen Klara“ in Bregenz. 

Geboren: 24. Jänner 1957

Geburtsort: Au

Ausbildung: Krankenschwester

Hobbys: Wandern, Lesen, Musik hören