Chemie zum Anfassen

18.04.2017 • 16:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wolfgang Winder zeigt ein chemisches Experiment für Volksschüler, das auch beim Mini-Midi-Kongress ausprobiert werden kann. Foto: VN/RP
Wolfgang Winder zeigt ein chemisches Experiment für Volksschüler, das auch beim Mini-Midi-Kongress ausprobiert werden kann. Foto: VN/RP

Wolfgang Winder ist Chemielehrer. Er organisiert den Mini-Midi-Kongress für Volksschüler.

Dornbirn. (VN-jun) Mit den Fingern steckt Wolfgang Winder eine Brausetablette in das dafür vorgesehene Röhrchen. Er füllt einen Luftballon mit Wasser und stülpt ihn über die Plastikverpackung. Das Wasser rinnt auf die Tablette hinunter, löst diese auf. Es sprudelt im Röhrchen, Gas wird freigesetzt. Dadurch bläst sich der Luftballon wie von alleine auf. „Luftballon aufblasen einmal anders, heißt dieses Experiment für Volksschüler“, erklärt der Chemielehrer aus Dornbirn.

Kleine Chemiker am Werk

Winder organisiert im Rahmen des 14. Europäischen Chemielehrerkongresses, der heute in Liechtenstein und Vorarlberg startet, einen Mini-Midi-Kongress für Volksschüler. Rund 90 Buben und Mädchen von vier Vorarlberger Volksschulen nehmen morgen, Donnerstag, an der Pädagogischen Hochschule Feldkirch daran teil. „Die Schüler werden durch eine Experimentierstraße geschickt und bekommen eine einstündige Chemieshow zu sehen“, informiert Winder. „Dabei werden sie von Chemie-, Physik- und Volksschulstudenten der PH Feldkirch begleitet. Sie erklären den Buben und Mädchen, welche chemischen Vorgänge während der Experimente passieren.“ Der Europäische Chemielehrerkongress ist eine der größten Lehrerfortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

Aber es sollen auch die Schüler nicht zu kurz kommen, findet Winder. Deshalb gibt es einen Schülerkongress an der FH Dornbirn sowie den Mini-Midi-Kongress in Feldkirch. „Wir wollen die Volksschulchemie fördern, damit in Zunft Naturwissenschaften wieder mehr im Sachunterricht behandelt werden“, sagt er. Winder ist selbst seit 30 Jahren Chemielehrer am Borg Lauterach. Zuvor studierte er Chemie und Lehramt in Innsbruck. „Eigentlich wollte ich gar kein Lehrer werden“, erzählt er. „Ich war nach dem Studium in der Industrie tätig. Als ich wieder nach Vorarlberg zurückkehrte, habe ich keinen Job in diesem Bereich gefunden. Deshalb wechselte ich ins Lehramt.“

Schon nach kurzer Zeit ging Winder in dem Beruf als Lehrer voll auf. Mittlerweile kann er sich keine schönere Tätigkeit mehr vorstellen. „Mir gefällt der Umgang mit den jungen Menschen und ich finde es interessant, Chemie zu unterrichten. Es ist sehr vielseitig“, sagt der 64-Jährige. Vor allem der experimentelle Teil macht ihm Spaß. „Es ist wichtig, dass man mit den Schülern Versuche macht. Dabei ist auch schon das eine oder andere zu früh in die Luft gegangen.“

Es ist wichtig, dass man mit den Schülern Versuche macht.

Wolfgang Winder

Zur Person

Wolfgang Winder

Geboren: 27. Juli 1952 in Dornbirn

Wohnort: Dornbirn

Beruf: Chemielehrer am Borg Lauterach

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Wandern, Radfahren, Skifahren