62,5 Mal um die Erde mit 110.000 Patienten an Bord

19.04.2017 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die VN werfen einen Blick hinter die Türen eines Rettungswagens.

Feldkirch. (VN-ger) Insider nennen sie kurz RTW, KTW, NEF oder NAW. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind sie wohl besser bekannt
als Rettungstransportwagen, Krankentransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeug oder Notarztwagen.

Die Fahrzeugflotte des Roten Kreuzes in Vorarlberg umfasst knapp 70 Einsatzfahrzeuge: 25 RTW, 30 KTW, fünf NEF, ein NAW und zehn KAT-(Katastrophen)-Fahrzeuge. Pro Jahr werden damit knapp 2,5 Millionen Kilometer bzw. 62,5 Erdumrundungen zurückgelegt.

500.000 Stunden

Insgesamt sind die rund 1500 Mitarbeiter – 80 Prozent davon sind Freiwillige – jährlich rund 500.000 Stunden im Einsatz und bergen, erstversorgen, transportieren oder betreuen dabei 110.000 Patienten. Paul Kräutler ist Dienststellenleiter im Bezirk Feldkirch. Im Stützpunkt in der Reichsstraße 130 sind
vier Rettungstransportwagen, zehn Krankentransportwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Notarztwagen (damit werden Notfallpatienten von einem Krankenhaus ins nächste transportiert), ein Mannschaftswagen sowie ein Reserve-NEF des Roten Kreuzes stationiert.

Die Rettungszentrale Feldkirch nimmt in Vorarlberg bzw. Österreich aus gleich mehreren Gründen eine besondere Stellung ein. Zum einen ist es der einzige Stützpunkt im Bezirk und somit für die komplette Versorgung zwischen Klaus, Koblach, Götzis und der Autobahnbrücke in Nenzing zuständig. Zum anderen teilt sich das Rote Kreuz das Haus mit dem Samariterbund. „Das ist einmalig in Österreich, dass sich zwei konkurrierende Rettungsorganisationen ein Haus teilen“, sagt Kräutler. Doch die Partnerschaft funktioniert. „Wenn alle Autos in der Garage sind, dann fährt der, der am längsten steht“, erläutert der Dienststellenleiter. Andernfalls entscheidet die Nähe zum Einsatzort. Mithilfe von GPS ist die Leitstelle nämlich in der Lage, zu jedem Zeitpunkt die genaue Position eines Fahrzeugs nachzuvollziehen. Im Bezirk Feldkirch werden pro Tag rund 100 Fahrten, darunter acht bis zehn Notfälle, registriert. Nach jedem Einsatz wird das Material aufgerüstet, außerdem werden die Geräte und das Fahrzeug desinfiziert. „Nach Feierabend gibt es noch Komplettreinigung und ein Mal pro Woche eine Grundreinigung“, erläutert Paul Kräutler.