Ein neues Haus für Kinder

19.04.2017 • 16:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mathias Dür (M.) braucht Spenden, um für
Mathias Dür (M.) braucht Spenden, um für „seine“ Straßenkinder in Cagayan de Oro ein richtiges Heim bauen zu können.

Mathias Dür ermöglicht philippinischen Straßenkindern ein besseres Leben.

hard. (VN-hrj) Sie leben auf der Straße, „schnüffeln“, sind Opfer von Gewalt. Solcher Kinder nimmt sich Mathias Dür an. Dieser Kinder wegen lebt der 30-jährige Automatisierungstechniker aus Hard seit drei Jahren auf den Philippinen.

Menschen in Not zu helfen, ist Mathias schon immer ein Bedürfnis gewesen. Im Alter von 22 Jahren begann der HTL-Absolvent damit im Fernen Osten, als er als Rucksacktourist in der nordthailändischen Stadt Chiang Mai landete und dort als Volontär der Hilfsorganisation „Travel to Teach“ Englisch unterrichtete. Später schloss er sich der Organisation „Helfen ohne Grenzen“ an, die im Grenzgebiet zu Burma Flüchtlingskindern zu Bildung verhilft.

2013 reiste Mathias erstmals auf die Philippinen. Kurz nach der Ankunft in der Hauptstadt Manila begab er sich zum „Smokey Mountain“ – einer riesigen Mülldeponie am Stadtrand, auf der Tausende Menschen vom Sammeln wiederverwertbaren Abfalls ihr Dasein fristen. „Ich dokumentierte, wie Männer, Frauen und Kinder den ganzen Tag im Müll nach Flaschen, Plastik, Papier und Metall wühlten, die Sachen reinigten und an Händler verkauften“, erzählt Mathias.

Zwei Wochen blieb Mathias in Manila. Dann reiste er auf die Insel Mindanao weiter. In der Stadt Cagayan de Oro wurde er mit der Situation der Straßenkinder konfrontiert. Schlimm sei gewesen, wie einige der Kinder vor seinen Augen „schnüffelten“. Die Buben und Mädchen zwischen acht und 15 Jahren inhalierten giftige chemische Substanzen.

Tief beeindruckt von den Erlebnissen auf den Philippinen gründete Mathias nach seiner Heimkehr den Verein „Just One Touch“. Er sammelte Spenden und reiste mit rund 8000 Euro wieder nach Mindanao, um im Armenviertel Makabalan in Cagayan de Oro sein Hilfsprojekt zu starten. Dieses besteht aus einer Pflegefamilie mit zurzeit sechs vollzeitbetreuten acht- bis zwölfjährigen Buben. „Das sind Kinder mit Suchtproblemen, die Gewalt ausgesetzt waren, Waisen und vor allem Straßenkinder“, erklärt Mathias. „Unsere Hauptaufgabe ist es, ihnen Bildung und christliche Werte zu vermitteln.“

Die Pflegefamilie lebt in einer Bambushütte auf einem Berg außerhalb der Stadt. Dort gibt es auch eine Schule und einen Kinderspielplatz. Um mehr Kindern helfen zu können, muss „Just One Touch“ ein richtiges Heim nach den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben bauen. „Am liebsten würde ich sofort starten“, sagt Mathias. Dafür fehlen ihm jedoch die finanziellen Mittel. In einem Monat etwa reist er wieder nach Mindanao. Er hofft, bis dahin genug Geld gesammelt zu haben, um mit dem Bau beginnen zu können.

Wir vermitteln den Kindern Bildung und christliche Werte.

Mathias Dür

Zur Person

Mathias Dür

Geboren: 8. Mai 1986

Wohnort: Hard

Laufbahn: HTL Bregenz, Ausbildung zum Automatisierungstechniker

Familie: ledig

Info zu Verein und Spendenkonto:
www.just-one-touch.org