Grundstein der Würde und Hoffnung

20.04.2017 • 18:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Abt Anselm van der Linde legte selbst Hand an, um den Kastanienbaum in die klösterliche Erde zu pflanzen. Foto: vn/hartinger
Abt Anselm van der Linde legte selbst Hand an, um den Kastanienbaum in die klösterliche Erde zu pflanzen. Foto: vn/hartinger

Das Hospiz am See nimmt Gestalt an. Eröffnung der Zehn-Betten-Station erfolgt Ende 2017.

Bregenz. (VN-mm) Noch ist das künftige Hospiz am See eine riesige Baustelle. Doch spätestens Ende des Jahres sollen die Räumlichkeiten in den Obergeschoßen des ehemaligen Sanatoriums Mehrerau in neuem Glanz erstrahlen und für Menschen am Ende ihres Lebenswegs da sein. Obwohl Schremmhämmer im Inneren des fast 100 Jahre alten Gebäudes schon ganze Arbeit geleistet haben, erfolgte gestern Donnerstag noch die Grundsteinlegung bzw. die Grundsteinsegnung für das stationäre Hospiz. „Ein symbolischer Akt für eine neue Phase“, wie es Bischof Benno Elbs nannte und das tönerne Rechteck als Grundstein der Menschenwürde und Hoffnung bezeichnete. Der Stein wird am Eingang zur Hospizstation in den Boden eingelassen.

Es hat lange gedauert, bis der Wunsch der Hospizbewegung nach einer stationären Einrichtung realisiert werden konnte. Kaum verwunderlich also, dass die Gäste des kleinen Festakts von einem denkwürdigen Tag und von einem weiteren Meilenstein in der langen Historie des Sanatoriums sprachen.

Caritas-Direktor Walter Schmolly sieht mit der Grundsteinsegnung nun endgültig den Weg für die letzte Etappe der Umsetzung geebnet. „Sterben soll nicht am Rande vor sich gehen“, meinte Schmolly. Am Ende des Lebens füreinander da zu sein sei ein gesellschaftlicher Auftrag. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard gab sich überzeugt, dass in ganz Österreich kein schönerer Rahmen für das Lebensende zu finden ist. „Mit dem Umbau des ehemaligen Sanatoriums Mehrerau zur Hospizstation wird eine traditionsreiche Einrichtung im Einvernehmen mit der Zisterzienserabtei weitergeführt, zugleich folgt das Land damit auch der 2015 beschlossenen Grundausrichtung, noch vorhandene Lücken in der Hospiz- und Palliativversorgung konsequent zu schließen“, ergänzte Bernhard. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker mahnte, das Sterben zu Hause nicht aus dem Blick zu verlieren und auch dafür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Sie danke der Caritas, dass diese auch die ambulante Begleitung bereits durchführt.

Weitere Nutzung noch offen

Betreiber des Hospiz am See ist die Caritas. Sie investiert rund 1,25 Millionen Euro in die Um- und Ausbauarbeiten der zwei Obergeschoße. Im ersten Obergeschoß sind zehn Einzelzimmer und ein Gemeinschaftsraum vorgesehen, im zweiten Schulungs- und Arbeitsräume für die Hospiz Vorarlberg, die als Mieter der Station auftritt. Für das Hochparterre des denkmalgeschützten Gebäudes wird noch an einer Nachnutzung gefeilt. Gedacht wird an Gesundheitsdienstleister wie Ärzte oder Physiotherapeuten. Wie Gesundheitslandesrat Christian Bernhard unlängst in einem VN-Gespräch sagte, könnte er sich dort auch ein Erstversorgungszentrum vorstellen.

Zudem ist der Park rund um das Hospiz am See nun um einen rotblühenden Kastanienbaum reicher. Der Abt des Klosters Mehrerau, Anselm van der Linde, pflanzte ihn höchstpersönlich als Zeichen des Lebens und der Auferstehung nach dem Tod.