Nach erfolgreichen Betrügereien mit Wechselgeldtricks jetzt in Haft

20.04.2017 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warten auf die Verhandlung: Der Angeklagte (vorne) und Zeugen vor dem Gerichtssaal in Feldkirch. Foto: Eckert
Warten auf die Verhandlung: Der Angeklagte (vorne) und Zeugen vor dem Gerichtssaal in Feldkirch. Foto: Eckert

Mit dreister Masche trickste rumänische Bande mehrere Geschäftsbetreiber aus.

Christiane Eckert

Feldkirch. Der Trick ist alt, dennoch funktioniert er immer wieder. Vor allem in kleineren Geschäften wie Kiosks. Die fünf Rumänen waren ziemlich erfolgreich. Wenn sie einen kleinen Laden aufsuchten und das Personal in langes Hin- und Her verwickelten, verlor dieses den Überblick und gab zu guter Letzt zu viel Wechselgeld zurück.

1700 Euro Schaden

Zu fünft legte man diverse Billigwaren auf den Tresen und zückte einen 200-Euro-Schein, danach gab man einiges wieder zurück, subtrahierte, diskutierte und ging schlussendlich mit mehr Geld hinaus als hinein. Vier Mitglieder der Bande konnten nach Ausforschung durch die Polizei flüchten, ein vierfacher Familienvater wurde allerdings erwischt. In knapp eineinhalb Monaten richtete die Bande, die rechtlich als kriminelle Vereinigung qualifiziert wird, einen Schaden von 1700 Euro an.

Gestohlen wurden auch ein Sparschwein und mehrere Handys. „Es tut mir so leid, das Geld hat aber alles unsere Anführerin eingesteckt, nur einmal habe ich 100 Euro für meine Kinder bekommen“, behauptet der Angeklagte beim Prozess am Landesgericht Feldkirch, der seinem Verteidiger gegenüber selbst angab, dass er Zigeuner sei. Er kann weder lesen noch schreiben, will im Gefängnis seine Familie kontaktieren, hat aber kein Geld. Sorgen macht er sich auch um die Zeit nach seiner Entlassung. „Man muss mir helfen, ich habe kein Geld“, hakt er nach. Vorerst muss er aber wegen gewerbsmäßigen Betruges, Diebstahls und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vier Monate absitzen. Acht weitere wurden auf Bewährung ausgesprochen. Schadenersatz und Verfall existieren nur am Papier, denn zurückzahlen wird der 33-Jährige nichts können.

Betteln und stehlen

Die Verteidigung wirft ein, dass der Mann kaum eine andere Möglichkeit hatte, als zu stehlen und zu betteln. „Es gibt auch andere Möglichkeiten, seine Not zu lindern, als mit Betrügereien, da hält sich das Mitleid in Grenzen“, hält Richter Martin Mitteregger allerdings entgegen. Eine reine Geldstrafe kam für den Mann jedenfalls nicht in Betracht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.