Aktiv gegen Stürze im Alter

21.04.2017 • 17:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gestern, Freitag, gab es für 23 Mohi-Helferinnen die Otago-Diplome. Alle freuen sich auf die neue Aufgabe. Foto: vlk/micheli
Gestern, Freitag, gab es für 23 Mohi-Helferinnen die Otago-Diplome. Alle freuen sich auf die neue Aufgabe. Foto: vlk/micheli

Otago-Programm
gestartet. Mobile
Hilfsdienste setzen
Pilotprojekt in 21 Gemeinden um.

Dornbirn. (VN-mm) Die Zertifikate sind verteilt, die Arbeit kann beginnen. Ab sofort sind die Mobilen Hilfsdienste auch in der Sturzprävention tätig. 23 ausgebildete Helferinnen unterstützen alte Menschen zu Hause bei der Umsetzung eines speziellen Bewegungsprogramms. Otago wurde in Neuseeland konzipiert und ist, was seine Wirkung angeht, wissenschaftlich sehr gut untersucht. Derzeit wird Otago von zehn Mohi-Ortsgruppen in 21 Gemeinden angeboten. Es handelt sich um ein dreijähriges Pilotprojekt, das der Gesundheitsförderungsfonds des Landes mit 160.000 Euro finanziert. Bei entsprechendem Erfolg soll das Programm flächendeckend ausgerollt werden. Während der Projektphase ist die Teilnahme am Otago-Programm kostenlos.

Aufwertung der Arbeit

Sturzunfälle können für alte Menschen oft die endgültige Pflegebedürftigkeit bedeuten. „Deshalb ist es wichtig, die Sturzprävention zu forcieren“, betonte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard anlässlich des offiziellen Starts von Otago. Es gehe darum, die Menschen dabei zu unterstützen, körperlich gesund und fit zu bleiben und ihre Mobilität im Alltag zu bewahren. Auch angesichts der demografischen Entwicklung wächst die Bedeutung der Sturzprävention. Laut Statistik wird es schon bis 2030 in Vorarlberg rund 100.000 über 60-Jährige geben.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mobilen Hilfsdienste bedeutet die neue Aufgabe eine enorme Aufwertung ihrer Tätigkeit. „Es macht sie gleichzeitig stärker und kompetenter“, sagte Simone Bemetz-Kochhafen, Geschäftsführerin der ARGE Mobile Hilfsdienste. Ebenso sei die Gesunderhaltung der Klienten ein besonderes Anliegen. Bemetz-Kochhafen sieht es zudem als Vorteil, das Programm drei Jahre lang auf seinen Nutzen testen zu können. In dieser Zeit soll Otago auf ein solides Fundament gestellt werden. Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) unterstützt das Projekt als Beitrag dazu, dass alte Menschen dort selbstbestimmt leben können, wo sie es möchten. Der stellvertretende VGKK-Direktor Ulrich Tumler unterstrich zudem die soziale Komponente. Die aktive Teilnahme am Leben fördere nämlich auch den allgemeinen Gesundheitszustand.

Training für zu Hause

Otago ist ein strukturiertes Training, das auf den Erhalt der Selbstständigkeit von zu Hause lebenden Senioren abzielt. Besonders alte und gebrechliche Personen profitieren. Im Rahmen von Hausbesuchen erarbeiten geschulte Trainerinnen mit den Teilnehmenden einfache, der Konstitution angepasste Übungen zur Stärkung von Balance und Kraft, die in weiterer Folge selbstständig durchgeführt werden sollen. „Um dieses Vorhaben erfolgreich zu gestalten, braucht es aber auch Hausärzte und Angehörige, die die alten Menschen motivieren, etwas für sich und den Erhalt ihrer Selbstständigkeit zu tun“, merkte Franz Rein, Geschäftsführer von Sicheres Vorarlberg, an und mahnte gleichzeitig die Eigenverantwortung ein. Diese gelte es bei den Senioren zu wecken. Mit den Mobilen Hilfsdiensten sei ein kompetenter Partner gefunden worden.

Es gilt, bei Senioren die Eigenverantwortung zu wecken.

Franz Rein