Dickes Minus in Gemeindekasse

21.04.2017 • 17:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Rechnungsprüfer des Landes weisen auf prekäre Finanzsituation in Gemeinde Silbertal hin.

Silbertal. (VN-tw) In Kleingemeinden hängt der finanzielle Haussegen vielfach schief. Einerseits gilt es, wichtige infrastrukturelle Einrichtungen zu erhalten und auszubauen, andererseits sorgen Fixzahlungen wie jene in den Sozialfonds oder auch Finanzierungsanteile für touristische Einrichtungen für eine gefährliche Leere in der Rathauskasse. Jüngstes Beispiel dafür bildet die Gemeinde Silbertal, deren Finanzgebarung der Rechnungshof des Landes unter die Lupe genommen hat. Konkret ging es dabei um den Zeitraum von 2012 bis 2015.

Disziplin und klare Prioritäten

Das Fazit der drei Prüfer: In keinem dieser Jahre konnte die Gemeinde die laufenden Ausgaben und Tilgungen mit entsprechenden Einnahmen abdecken. Silbertal ist deshalb ein Beispiel dafür, wie die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben in Kleingemeinden auseinanderklafft. Die Kommune mit ihren 900 Einwohnern zählt flächenmäßig zu den zehn größten und hinsichtlich der Bevölkerungsdichte zu den fünf am geringsten besiedelten Gemeinden im Land. „Um aus dieser Verschuldung herauszukommen und wieder Spielräume für neue Investitionen zu erlangen, muss die Gemeinde ihre Verantwortung wahrnehmen und sämtliche Möglichkeiten zum Sparen nutzen“, erklärt Brigitte Eggler-Bargehr (52), die Direktorin der Prüfeinrichtung. Nachsatz: „Das erfordert Disziplin und klare Prioritäten für die Zukunft.“

Schrittweiser Schuldenabbau

In Silbertal seien zwar Möglichkeiten zur Einnahmensteigerung wie beispielsweise durch Steuererhöhungen wahrgenommen worden. Die höheren Ausgaben konnten damit allerdings nicht kompensiert werden. „Offene Kredite haben sich seit 2007 von zwei Millionen auf 4,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt“, rechnete die Direktorin vor. Von Risiken, die aktuelle Großprojekte wie der Bau eines Kraftwerks mit sich bringen würden, rät sie deshalb kategorisch ab. Eggler-Bargehr rät zu einem rigorosen und sofortigen Sparkurs. Denn: „Projekte außerhalb der Grundversorgung sind derzeit für die Gemeinde nicht leistbar. Investitionen der Vergangenheit belasten die Zukunft. Jede mögliche Sparmaßnahme ist umzusetzen, um einen schrittweisen Schuldenabbau zu erreichen.“

Investitionen der Vergangenheit belasten die Zukunft Silbertals.

Brigitte Eggler-Bargehr

Bericht.
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